Transhumanismus: Globale Eliten wollen Übermenschen erschaffen

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Grenzenlose Macht

Transhumanismus: Globale Eliten wollen Übermenschen erschaffen

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Transhumanisten glauben daran, die Beschränktheiten menschlichen Seins durch Technik überwinden und eine überlegene neue Spezies schaffen zu können, der ewige Jugend – ja, selbst Unsterblichkeit, grenzenloses Wissen und maximales Lusterleben zuteil würde. Der „posthumane“ Mensch würde in seiner gedachten Übermächtigkeit mit Gott gleichzusetzen sein.

Von Dr. Siegfried Pichl

Ray Kurzweil, Cheftechniker bei Google und bekennender Transhumanist, formulierte es einmal so: „Wenn Sie mich fragten, ob Gott existiert, würde ich antworten: noch nicht!“ Abgesehen von der technischen Realisierbarkeit sind wohl vor allem die Motivation und die Zielsetzung dieser neuen Bewegung zu hinterfragen. Vordergründig scheint man in transhumanistischen Kreisen von menschenfreundlichen Beweggründen geleitet: Was könnte schlecht daran sein, ewig (oder doch zumindest um ein Vielfaches länger als heutige Menschen) und in ungetrübter Jugendlichkeit und Gesundheit zu leben? Wer möchte den Zugang zu unbegrenztem Wissen und die Erlangung unendlicher Freuden als etwas nicht Erstrebenswertes ansehen?

“Uprgade” für die Wenigen

Ich denke, in diesem Zusammenhang sind zwei Fragen zu stellen: WIE will man dieses Ziel erreichen, und WEM sollen dann die Früchte zuteil werden? Letztere Frage ist leicht zu beantworten: Nicht Lisi Müller beschäftigt sich mit derart abgehobenen Themen. Es sind die Eliten, die Superreichen, die Mächtigen, die glauben, im Transhumanismus einen Weg gefunden zu haben, ihre Übermachtsansprüche ins Grenzenlose zu steigern. Man kann darin durchaus eine Analogie zum Expansionsdenken des Kapitalismus mit seinem „immer noch mehr“ erkennen.

Und so wie der Kapitalismus letztlich die Armen ärmer und ohnmächtiger, die Reichen aber reicher und einflussreicher macht, so denken auch die Transhumanisten bei ihren Träumen von ewiger Jugend und grenzenloser Lust nicht gerade an die Kassiererin im Supermarkt, die zunehmend durch E-Supermärkte ohnehin wegrationalisiert werden soll. Wer wird sich solchen Luxus wohl leisten können? Doch nur diejenigen, die uns jetzt noch einreden, ALLE Menschen in den Genuss der von ihnen erstrebten „schönen, neuen Welt“ bringen zu wollen.

So dystopisch stellt sich künstliche Intelligenz das “letzte Selfie der Welt” vor. Screenshot: Twitter / robotoverloards
Screenshot: Twitter / robotoverloards (Bildzitat)

Manipulation der Körper

Nun aber zur Frage, WIE man den neuen Übermenschen erschaffen will. Die Antwort lautet: indem man die Evolution nicht länger der Natur überlässt, sondern durch die Errungenschaften des technischen Fortschritts selber lenkt. Ein Glaubenssatz der Transhumanisten lautet, dass biologische Evolution nur bis zu einem bestimmten Punkt einen Fortschritt zeitigen könne. Das Ende biologischer Entwicklung sei aber nun erreicht, da sie ein Wesen (nämlich den Homo Sapiens) hervorgebracht habe, das endlich in der Lage sei, durch Technologie eine posthumane Spezies zu erschaffen, die nicht länger den Unzulänglichkeiten und der Fehleranfälligkeit auf biologisch-evolutionärem Wege hervorgebrachter Arten unterworfen sei.

Dass Körperlichkeit mit Altern und Vergänglichkeit einhergeht, wird als keineswegs notwendig angesehen: Nanotechnologie soll hier Abhilfe schaffen. Winzige, in den Organismus eingeschleuste Roboter („Nanobots“) würden durch Zellmanipulation nicht nur den Prozess des Alterns stoppen, sondern auch Krankheiten für immer ein Ende bereiten. In geistiger Hinsicht soll die Verschmelzung mit künstlicher Intelligenz uns ungeahnte Horizonte eröffnen, Wissen könnte man dann einfach „downloaden“ und virtuelle Realität wäre von der „echten Wirklichkeit“ nicht mehr zu unterscheiden.

Irgendwann, so träumen die Transhumanisten, würde menschliches Bewusstsein und menschliche Intelligenz sogar unabhängig von einem biologischen Körper existieren und sich dann über das ganze Universum ausbreiten können. Was sich indes in Filmen und Romanen noch als Science-Fiction darstellt, wird uns von den Transhumanisten als wissenschaftliche Realität verkauft. Tatsächlich haben wir auch schon vieles erreicht: die „Extension“ des Menschen durch Technologie ist bereits Wirklichkeit, der „Prothesengott“ Sigmund Freuds schon lange keine Utopie mehr.

Die Frage ist, bis zu welchem Extrem sich die Entwicklung treiben lässt und ob wir wirklich willens sind, unser Menschsein gegen eine fragwürdige bio-technische Existenz einzutauschen. Letztlich handelt es sich dabei um Allmachtsfantasien von Menschen, die schon jetzt einer elitären Gruppe angehören, sich aber im Sinne des oben erwähnten „Immer mehr“ mit dem schon erreichten Maß an Reichtum und Macht nicht zufrieden geben wollen. Vielleicht fällt es diesen Herrschaften umso leichter, auf ihre Menschlichkeit zu verzichten, weil sie sich jetzt schon als „übermenschlich“ ansehen.

Götter aus der Maschine

Die Vordenker des Transhumanismus machen ja auch keinen Hehl daraus, dass für die Spezies Mensch, wie wir sie kennen, in ihren Visionen kein Platz ist. Gründete Nietzsches Vorstellung des „Übermenschen“ noch auf der Kraft eines überlegenen Willens, soll es nun die Technik richten und diejenigen, die es sich leisten können, zu neuen Göttern werden lassen. Es wäre dann wie in der antiken Mythologie: auf der einen Seite die kleine illustre Schar der „Götter“, im Falle des Transhumanismus also der „Upgegradeten“ (man möge mir dieses Unwort verzeihen), auf der anderen Seite der irdische Pöbel, dem göttliche Privilegien für immer unerreichbar sind.

DAS ist in Wahrheit der Traum der Transhumanisten, das Heilsversprechen, das sie der Welt machen, bemäntelt nur ihren Wunsch, selbst allmächtig und unsterblich zu werden – vielleicht ist aber auch dieser Wunsch nur eine moderne mythologische Erzählung im Gewande technologischen Fortschritts…

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