Einst waren es wunderschöne, beliebte Urlaubsdestinationen. Die griechischen Inseln Lesbos und Samos beherbergen zur Zeit 32.000 Menschen, die sich am Weg in die begehrten Sozialsysteme der EU befinden. Eigentlich stehen dort nur 6.200 Plätze zur Verfügung. Aktuell drängen immer mehr Migranten nach. Die Küstenwache meldet 1.350 neue Ankünfte an nur einem Wochenende.

Gewalt, Kriminalität und sexuelle Übergriffe dominieren den Alltag in den griechischen Migrantenlagern, während immer neue Einreisewillige eintreffen. Die griechische Küstenwache gab bekannt, dass von Freitag bis inklusive Montag 685 Migranten aufgegriffen wurden. Zudem schafften 730 Personen die selbständige Landung an griechischen Inseln. NGOs und die UN sparen nicht mit Kritik und mahnen die schnelle Weiterreise in aufnahmewillige Länder ein. Aktuell steht der Transfer von 20.000 Menschen auf das Festland bevor. Das soll die prekäre Situation auf den ägäischen Inseln entlasten.

Erdoğan droht Europa

Hinzu kommt die Drohung des autokratischen Türken-Präsidenten Erdoğan, der Europa die Einreise von 3,6 Millionen Syrern in Aussicht stellte. Wenn es seitens der EU hinsichtlich dieser Ankündigung eine Entgegnung gegeben haben sollte, erfolgte sie jedenfalls sehr leise.

Ein Sprecher Großbritanniens äußerte immerhin „tiefe Sorge“ und drückte aus, dass die britische Regierung den Plan „nicht unterstütze“. EU-Diplomaten äußerten Befürchtungen hinsichtlich einer humanitären Krise. Erdoğan rechnete vor, dass die Türkei bereits 40 Milliarden Dollar zur Versorgung der ungebetenen Gäste ausgegeben hätte. Ohne weitere finanzielle Unterstützung müsse sein Land die Tore öffnen.  

Kreativer Protest mit Grillfest

Viele Menschen in Griechenland sind äußerst unzufrieden mit der Situation. Die rechte Gruppierung Enomenoi Macedonia (Vereinigte Mazedonier) protestierte jüngst mit einem „Schwein und Wein“-Grillfest. Wütende Aufschreie und Rassismus-Vorwürfe linker Parteien und Organisationen waren die Folge.