In Südkorea sollen bis zum 31. Oktober bereits 83 Menschen kurz nach der Verabreichung einer Grippeimpfung verstorben sein. Genauer betrachtet sind Aussagen zum Hintergrund aber schwierig, denn es handelt sich um eine Massenimpfung der gesamten Bevölkerung. Bisher wurden 11,5 Millionen Menschen geimpft.

Bei dramatischen Überschriften ist es oft gut, in die Tiefe zu recherchieren. Speziell Impfgegner blicken mit Sorge auf Südkorea, wo immer mehr Todesfälle in Folge der aktuellen Grippe-Impfwelle gemeldet werden. Tatsächlich handelt es sich aber um eine Massenimpfung, der Staat bietet die Impfung kostenlos für alle Bürger an. 

Viele Verstorbene schon sehr alt

Nachdem bereits 11,5 Millionen Menschen gegen Grippe geimpft wurden, kam es insgesamt zu 83 Todesfällen in der Woche nach der Impfung. Bei so vielen Menschen ist aber auch ein natürlicher Tod vieler Bürger statistisch sehr wahrscheinlich zu erwarten. Aufschluss gibt die Alterstabelle. Die Lebenserwartung in Südkorea liegt zwischen 82 und 83 Lebensjahren. Die Todesfälle nach der Impfung verteilen sich wie folgt: 34 Personen waren über 80 Jahre alt, 37 zwischen 70 und 80 Jahren. Vier der Verstorbenen waren über 60 und acht unter 60 Jahren alt. Der angeblichen Corona-Pandemie werden in Südkorea übrigens 474 Todesfälle zugeordnet.

Welche medizinischen Gründe sind möglich

Die Zeitung „The Diplomat“ ging auf Spurensuche hinsichtlich möglicher Gründe für das Ableben der Südkoreaner. Der leider nur in englischer Sprache verfügbare Artikel verweist auf eine Möglichkeit, die man als Impf-Befürworter wie auch als Gegner wissen sollte. Ein bis zwei Personen unter einer Million Geimpfter entwickelt eine starke, lebensbedrohende allergische Reaktion auf die Rückstände von Hühnereiern, welche in den Impfungen vorhanden sind. Allerdings: Wird die Reaktion rechtzeitig entdeckt, können 93 bis 96 Prozent der Betroffenen gerettet werden.

Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen

Ebenfalls sehr selten kann es zum Guillain-Barré-Syndrom kommen, einer Entzündung des Nervensystems. Die Sterblichkeit bei dieser Erkrankung beträgt 5%, allerdings behalten 25% der Betroffenen Langzeitfolgen zurück. In den 70er Jahren trat bei Impfungen gegen die Schweinegrippe ein Fall unter 100.000 Geimpften auf – das war den US-Gesundheitsbehörden zu viel, sie stoppten das Immunisierungsprogramm. Bei einer Studie zur HPV-Impfung ließ sich ein Fall unter 800.000 Geimpften belegen. Es wäre also möglich, dass einige der Todesfälle in Südkorea auf diese bekannten „unerwünschten Nebenwirkungen“ des Impfprogrammes zurückzuführen sind.