In Südtirol werden die Corona-Zwangsmaßnahmen immer schärfer. Eine teilweise Impfpflicht führte bereits zu einer ersten Kündigungswelle bei Gesundheitsbediensteten. Nun wird die Bevölkerung auch noch mit dem Grünen Pass gegängelt, ohne den man mehr oder weniger vom öffentlichen Leben ausgeschlossen ist. Doch eine Gruppe von freisinnigen Aktivisten will sich das nicht länger gefallen lassen und mobilisiert am 29. August zu einer Großdemonstration in der Landeshauptstadt.

  • Mut-Angestellte des Gesundheitssystems verweigern wacker die Zwangsimpfung.
  • Kontrollwahn: Ohne Impfpass kann man nicht einmal mehr zur Freiwilligen Feuerwehr.
  • Am Sonntag ab 16 Uhr geht auf der Talferwiesen in Bozen der Aktionstag „Für neue Wege“ über die Bühne.

Von Berthold Krafft

Impfpflicht: Viele weigern sich

In Südtirol kann man sehen, wie brutal das Corona-Regime noch werden könnte. In ganz Italien wurde bereits der Impfzwang für bestimmte Berufsgruppen eingeführt. Das gilt auch für die autonome Region Südtirol. Wer die experimentelle Gen-Spritze verweigert, darf ohne weiteres gekündigt werden. Dies betraf schon im Juni 123 Mitarbeiter des staatlichen Südtiroler Sanitätsbetriebs, wie Wochenblick berichtete. Doch auch jetzt weigern sich immer noch viele prinzipienfeste Mitarbeiter der öffentlichen Krankenhäuser sich impfen zu lassen.

Im gesamten Gesundheitssystem sind nach wie vor 2.072 Angestellte ungeimpft. Über ihnen schwebt jetzt das Damoklesschwert der Kündigung. Mutmaßlich geschah das nur noch nicht, weil die Angestellten schlichtweg im täglichen Betrieb fehlen würden. Genau 763 Mitarbeiter haben das System genarrt, indem sie sich für einen Termin zwar angemeldet hatten, aber dann einfach nicht hingingen. Doch der Druck wird weiter gesteigert.

Zwei-Klassen-Gesellschaft

Ganz allgemein wird man in Südtirol mehr oder weniger zum Impfen genötigt, denn die Teilnahme am ganz normalen Leben ist ohne den Grünen Pass kaum noch möglich. Das „Europäische Covid-Zertifiktat“, wie der Grüne Pass auch genannt wird, muss jetzt von allen Personen ab zwölf Jahren vorgewiesen werden. Wie bisher mit einem sogenannten Nasenflügeltest Zugang zu erhalten, ist nur noch eingeschränkt möglich.

Der Pass wird benötigt für alle Lokale und öffentlichen Veranstaltungen wie Konzerte oder Theateraufführungen, bei allen amtlichen Prüfungen, in Freizeitparks, bei Festen im Anschluss an religiöse oder zivile Zeremonien, auf Sportplätzen, bei Zeltlagern, bei Übungen der Freiwilligen Feuerwehr oder bei Gesangsproben in Innenräumen. Die Liste der neuen obrigkeitsstaatlichen Vorschriften ist umfangreich. Die Botschaft ist klar: Lass dich impfen, oder bleib alleine zu Hause.

Am Sonntag wird in Bozen demonstriert

Doch es wächst auch der Widerstand gegen diese bürokratische Willkür und die Gängelei der Behörden. Am Sonntag ruft die zweisprachige maßnahmenkritische BürgerbewegungWIR NOI“ zum Aktionstag „Für neue Wege“ auf. Los geht die Veranstaltung ab 16 Uhr auf der Talferwiesen, einem Grünbereich entlang der Etsch in der Landeshauptstadt. Dort werden unter anderem Professor Andrea Stramezzi und die Rechtsanwältin Renate Holzeisen Reden halten.

Die Veranstaltung wird von einem Kulturprogramm von „tamisch ober liabe Künstler“ aus allen Landesteilen umrahmt. Die Organisatoren sehen sich als „freie und selbstbestimmte Menschen aus verschiedenen Berufs- und Fachrichtungen“, die sich gegenseitig unterstützten und vernetzen wollen. Die Gruppe will auch rechtlichen Beistand für Betroffene organisieren und das friedliche Zusammenleben fördern.

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