Rassismus hier, Rassismus dort: Nun hat es auch die Olympischen Spiele erwischt. Was geschehen ist? Der internationale Schwimmverband hat entschieden, Badekappen, die sehr groß sind und nicht der natürlichen Kopfform entsprechen, nicht zu den Spielen zuzulassen. Die üblichen Kreise wittern Rassismus, da dies Afrohaarträger trifft – und die sind nun einmal vor allem schwarz.

Von Achim Baumann

  • Rassismus-Diskussion erreicht Olympische Spiele
  • Schwimmverband FINA untersagt die Nutzung von Badekappen, die nicht der natürlichen Kopfform entsprechen
  • Entscheidung wird rassistisch ausgelegt
  • „Junge schwarze Schwimmer*innen“ initiieren Petition gegen die FINA-Entscheidung
  • Wird der Schwimmverband einknicken?

Wer dieser Tage denkt, man könnte dem offenbar überall sprießenden Rassismus Herr werden, wird sich eines Besseren belehrt sehen. In nahezu jeder gesellschaftlich relevanten Frage wird plötzlich der tatsächliche oder eher vermeintliche Rassismus diskutiert: Da sprechen Städte in ihren Verlautbarungen nicht mehr über das problematische Schwarzfahren, da werden Geschäfte mit der Bezeichnung „Mohr“ so lange Ziel von Kampagnen, bis die Eigentümer ihre Firmen entnervt umbenennen. Da wird plötzlich alles in den „Kolonialkontext“ gesetzt, wie beispielsweise Bismarck-Denkmäler, mit dem Ziel, diese abzureißen. Überall lauert – wenn es nach interessierten Kreisen geht – der „böse“ Rassismus, der entschieden bekämpft gehört.

Die FINA-Entscheidung

Die FINA (Internationale Schwimmverband) ist der vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) anerkannte internationale Verband für die Durchführung von internationalen Wettkämpfen im Wassersport und zeichnet auch für die Vorbereitung der Spiele im Sommer 2021 in Tokio verantwortlich. Die FINA hat nun bekanntgegeben, dass Kappen, die nicht der natürlichen Form des Kopfes entsprechen, ungeeignet sind und daher zu den Wettkämpfen nicht zugelassen werden. Eine eigentlich naheliegende und nachvollziehbare Entscheidung, sollen die Wettkämpfer doch zu gleichen Bedingungen starten, nur so ist ein wirklicher Vergleich messbar, oder? Betroffen sind die Kappen der Firma Soul Cap, die speziell für Afrohaar entwickelte Kappen vertreibt. Das Regelbuch der Olympischen Spiele besagt allerdings, dass nur explizit von der FINA zugelassene Modelle bei den Wettkämpfen getragen werden dürfen.

Ist Entscheidung rassistisch?

Diejenigen, die Dreadlocks (absichtlich verfilzte und verdrehte Haare), Afros (eine Frisur mit stark gekrausten, nach allen Seiten abstehenden dichten Locken), Flechtfrisuren, Haarverlängerungen, Zöpfe, dickes und/oder lockiges langes Haar tragen, sind betroffen. Und da Afrohaarträger nun einmal fast ausschließlich Schwarze sind, wird diese Entscheidung als rassistisch ausgelegt, wobei es der FINA nur um eine Vermeidung von möglichen Wettbewerbsverzerrungen geht.

Petition gestartet

So ist es kein Wunder, dass „engagierte Schwimmer*innen“ eine Petition gegen die Entscheidung gestartet haben, mit dem Ziel, die FINA-Entscheidung rückgängig zu machen. Schon sind einige Mainstreammedien aufgesprungen und kritisieren den angeblichen Rassismus.

Wird die FINA einknicken?

Wird der Schwimmverband von seiner Entscheidung abrücken? Das wird von dem Druck interessierter Kreise, also der Mainstreammedien und den üblichen „Pressure-Groups“ abhängen. Aber wer will schon als rassistisch gebrandmarkt gelten?

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