Die Grüne Jugend hat mit einem heimat-kritischen Beitrag zum Staatsvertrag-Jubiläum wieder einmal für handfeste Empörung im Netz gesorgt. 

Beinahe könnte man meinen, es gehört für die Nachwuchs-Grünen mittlerweile zu guten Ton, sich zu allen möglichen Feiertagen oder Gedenktagen über Österreich zu ereifern. Diesmal dachten sie sich wohl: Wieso kleckern, wenn auch klotzen drin ist? So teilten sie zum 65. Jahrestag des Staatsvertrags ein Sujet mit der Aufschrift: „Österreich ist frei erfunden“.

Anspielung auf berühmte Figl-Rede

Dabei handelt es sich um eine Anspielung auf die berühmten Worte von Ex-Außenminister Leopold Figl („Österreich ist frei“) am 15. Mai 1955 tätigte. Als er die Unterzeichnung des „Staatsvertrages betreffend die Wiederherstellung eines unabhängigen und demokratischen Österreich“ (so der volle Titel des Dokuments) dem Volk präsentierte, feierte dies mit frenetischem Jubel das Ende der Fremdbestimmung.

Grüne Jugend: „Nationalismus und Grenzen töten“

Für die Grüne Jugend ist die Rückkehr der Selbstbestimmung und der folgende Abzug der Besatzungstruppen aber offenbar kein Grund zur Freude. In einer Aussendung erklären sie ihren Ausritt wie folgt: „Nationalstaaten sind aber nicht naturgegeben, sondern vom Menschen erfunden. […] Nationalismus ist nicht nur veraltet, sondern auch auch brandgefährlich.“

Seit Jahren verschiebe sich der „allgemeine politische Diskurs nach rechts“. Das Produkt sei das Hochziehen neuer Grenzzäune und eine Rückbesinnung auf den Nationalstaat. Dabei dürfe niemals vergessen werden, so die abenteuerliche Ansicht der Jung-Grünen, dass „Nationalismus und Grenzen töten“ würde. Die Toten im Mittelmeer rechnen sie ebenso einem angeblichen Nationalismus zu und stellen sich somit „gegen Nationalismus und die Festung Europa“.

Anti-Heimat-Ausfälle haben bei Jung-Grünen Tradition

Keine Freude mit dieser Sichtweise hatte unterdessen das Netz. Wie oe24 berichtet, ergoss sich in der Folge ein Welle der Kritik über die Grünen. Freilich nicht zum ersten Mal – denn bereits im Vorjahr empörte die Grüne Jugend mit einem Post am Nationalfeiertag. An dem Tag, an dem bezeichnenderweise des endgültigen Abzugs des letzten fremden Soldaten gedacht wird, verkündeten sie: „Wir wollen keine Österreicher sein!“

Schon die Vorgängerorganisationen – nach internen Querelen spaltete sich die ehemalige Jugendgruppe der Grünen einst ab – wussten regelmäßig mit grenzwertigen Aussagen zu ‚brillieren‘. Unvergessener Höhepunkt dessen war 2007 ein Plakat mit den infamen Slogans „Nimm das Flaggerl für das Gaggerl“ und „Wer Österreich liebt, muss scheiße sein“.

Grüne Politgranden schweigen zu Skandal-Posting

Letztere Aktion führte damals zu so starker Erregung, dass es zur Rüge der Parteijugend  von Teilen der eigenen Partei kam. Nun, als sie mit Alexander van der Bellen das Staatsoberhaupt und mit Kogler & Co. den Juniorpartner in der Bundesregierung stellen, bleibt diese aus. Denn bislang schwiegen grüne Würdenträger eisern über die neuerlichen Entgleisungen aus den eigenen Reihen…