nick conrad rassismus

Der Songtext eines schwarzen Rappers hat in Frankreich eine Schockwelle bis in Regierungskreise ausgelöst. So singt der afrikanischstämmige Mann unter anderem sinngemäß: „Ich gehe in Kindergärten und töte die weißen Babies. Fange sie schnell und hänge ihre Eltern auf.“ Titel des Songs ist „PlB“ – „Pendez-les-Blancs“ (zu Deutsch: „Hängt die Weißen“).

Ein Report von Kornelia Kirchweger

Verstörende Mord-Szenen

Der neun Minuten dauernde Clip wurde Mitte September auf Youtube gestellt und ließ eine Woge der Empörung hochgehen. Laut Medienberichten sieht man darin, wie sich der Sänger Nick Conrad entspannt eine Rauchware anzündet. Zudem erkennt man, wie ein aufgehängter Weißer am Seil hin- und herbaumelt.

Dann beginnt der Song. In einer Sequenz sieht man, wie Conrad einem Weißen, der in einem Kofferraum festgehalten wird, einen Revolver in den Mund stößt und ihn dann erschießt. Das Video wurde zwar von Youtube entfernt, taucht aber immer wieder im Netz auf.

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Rapper verteidigt sich: Kein Rassismus

Der junge Rapper, der aus Kamerun stammt, wurde angezeigt, die Staatsanwälte untersuchen den Fall. Conrad bestreitet, dass der Clip rassistisch sei und zu Hass aufstachle. Er solle dazu anregen, über Rassismus nachzudenken, es sei eine umgekehrte Fiktion, die aufzeigt, was man Schwarzen angetan habe.

Innenminister muss Stellung beziehen

Der Aufschrei in Frankreich zwang auch den französischen Innenminister Gérard Collomb zu  zu einer Stellungnahme. Er verurteilte die „unehrenhaften“ Angriffe des Rappers aufs schärfste. Collomb hat mittlerweile – offiziell unabhängig von dem Skandal um Conrad – seinen Rücktritt angekündigt.

Die „Internationale Liga gegen Rassismus und Antisemitismus“ bezeichnete die Aufforderung zu einem rassistischen Mord im Clip von Nick Conrad als erbärmlich und von beispielloser Gewalt.

Macron: „Liebe jedes Kind der Republik“

Der französische Präsidenten Emmanuel Macron hat indes andere Sorgen: Ein Selfie von seiner Karibikreise mit zwei halbnackten karibischen Männern sorgte für einen Shitstorm im Land. Der eine Mann zeigt nämlich auf dem Bild den „Stinkefinger“, der andere teilte Macron mit, er sei ein verurteilter Krimineller.

Macron sieht das nicht so krass: er liebe „jedes Kind der Republik, was auch immer es für Dummheiten mache“, verteidigte er sich gegenüber der Kritik vieler Medien.

Rapper sympathisieren mit Conrad

In Rapper-Kreisen stieß das schockierende Video auf unterschiedliche Reaktionen. Auf dem Portal „rap.de“ heißt es dazu unter anderem, der Rassismus-Vorwurf gegen das Video sei „absoluter Unfug“ und man wolle Conrad „mundtot machen“!