Bei der heutigen Pressekonferenz sprach sich der freiheitliche OÖ-Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner vehement gegen eventuelle Schulschließungen aus. Gemeinsam mit dem freiheitlichen Bildungssprecher im Parlament, Hermann Brückl, kritisierte er die Planlosigkeit der Regierung. Diese stelle nicht das Wohl der Kinder an erste Stelle.

Dass die Bildung in den letzten eineinhalb Jahren seit Pandemie-Beginn deutlich zu kurz gekommen ist, steht außer Frage. Doch für die Regierung ist die Frage, wie man offene Schulen und Universitäten gewährleisten kann, offenbar zweitrangig, kritisiert Landeshauptmann-Stellvertreter und Spitzenkandidat der FPÖ bei der bevorstehenden Landtagswahl, Manfred Haimbuchner, die Maßnahmen zum Schulbeginn.

Die Österreicher wurden zwar wieder mit Maßnahmen zwangsbeglückt, aber dabei findet sich wenig Positives – einzig vielleicht, dass endlich nicht mehr die umstrittene 7-Tages-Inzidenz als Maßstab herhalten soll. Alles andere stehe vielmehr wieder in den Sternen und die Unsicherheit ist groß, so Haimbuchner zu Beginn der Pressekonferenz unter dem Titel „Bildungsgarantie: Offene Schulen und Kindergärten gewährleisten“.

Bild: FPÖ Oberösterreich

Antikörper-Test um Geschehen abzuschätzen

Statt Geld für unzählige Antigen- und PCR-Tests auszugeben, um die Teilung in Geimpfte, Genesene und Getestete aufrecht zu erhalten, wäre es sinnvoller, alle Bürger zu einem Anti-Körper-Test einzuladen. Dies würde zumindest einmal einen wirklichen Überblick über die Verbreitung des Virus in der Bevölkerung bieten. Stattdessen erlässt die Regierung weitere Corona-Maßnahmen, ungachtet ob diese angemessen sind. Außerdem wird weiter versucht Druck auszuüben, damit sich alle impfen lassen.

Dabei stellt Haimbuchner klar, dass diese Versuche des Zwangs und der Spaltung nicht zu akzeptieren seien. Jeder habe seine persönlichen Gründe, ob er sich für oder gegen die Impfung entscheidet. Dies hätten auch der Staat und die Gesellschaft zu akzeptieren, eine Druckausübung oder Zwang sollte es nicht geben. Haimbucher spricht sich daher auch klar gegen eine Impfpflicht für Lehrer aus, wie sie mehrere ÖVP-Politiker bereits forderten. Das Recht auf körperliche Integrität und die freie Entscheidung des Einzelnen seien zu aktzeptieren, so Haimbuchner, der die Regierung auffordert, die Treibjagd auf Ungeimpfte zu beenden.

Sich endlich um Kinder und Jugendliche kümmern

Vielmehr müsse sich die Regierung endlich der Kinder und Jugendlichen annehmen. Denn auch wenn die Eltern und Familien zwischen Home-Office und Distance-Learning großartiges geleistet haben, zeigt sich, dass durch die Regierungsmaßnahmen ein enormer Lernrückstau entstanden ist. Diese Defizite gehörten endlich aufgearbeitet und daher dürfe es nicht wieder zu Einschränkungen oder gar Schulschließungen kommen. Vor allem, da auch klar ist: Kinder sind keine Pandemie-Treiber und erkranken in der Regel auch nicht schwer.

Schulen sind keine Corona-Forschungslabore

Hermann Brückl, FPÖ-Bildungssprecher im Nationalrat, knüpfte an die Ausführungen Haimbuchners an und warf sowohl ÖVP-Bildungsminister Faßmann als auch dem grünen Gesundheitsminister Mückstein vor, keine Antworten auf die Fragen zu haben, wie es mit dem Unterricht weitergehen soll. Stattdessen würden die Schulen in Forschungslabore umgewandelt, in denen es nicht mehr um Bildung, Lernen oder die Vermittlung sozialer Fähigkeiten gehe, sondern nur noch um Masken, Tests und andere Vorschriften.

Wenn man sich die Planungen anschaut, sei eigentlich fast klar, dass es auf eine 2-G-Regelung hinauslaufe und genesene Schüler oder Antigen-Getestete durch das Regelungs-Raster fallen. Fast sicher scheint auch, dass die Schulen nach der Sicherheitsphase wohl in „Stufe 2“ des umstrittenen Kurz-Stufenplans starten werden. Auch das Lehrpersonal werde zunehmend zu medizinischem Hilfspersonal umgeschult und selbst die Schuldirektoren wüssten nicht, welche Regeln nun wirklich gültig seien, dies sei völlig verrückt, so Brückl.

Konzepte schon seit mehr als 18 Monaten fertig

Das nun auch auf Eltern und Kinder der Impfdruck zunehmend erhöht wird, stösst bei Brückl auf Unverständnis. Und auch, dass Fachhochschulen in Oberösterreich ihren Studenten mitteilten: „Wenn ihr in Ruhe studieren wollt, dann lasst euch impfen“, zeige die Scheinheiligkeit der sogenannten Freiwilligkeit und offenbart eine absolute ÖVP-Hörigkeit. Dabei lägen brauchbare Konzepte seit Monaten vor, nur habe die Regierung es nicht für nötig befunden, diese umzusetzen.

So der freiheitliche Vorschlag für ein Sicherheitsmodell an den Schulen, welches vom Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik an der Universität der Bundeswehr in München unter der Leitung von Univ.Prof. Dr. Christian Kähler entwickelt wurde. Dieses sorgt für einen sicheren Präsenzunterricht. Das Modell basiert auf dem Einsatz von Luftraumreinigungsgeräten im Zusammenspiel mit speziellen Glastrennwänden und bekannten Hygienemaßnahmen. Es wurde und wird bereits in zahlreichen Schulen Deutschlands eingesetzt und macht das möglich, was sich unsere Kinder und auch die Eltern sehnlichst wünschen: Präsenzunterricht ohne Zwang und Druck und auch ohne Maske!

Schäden durch Schulschließungen

Zudem fordert Brückl den Bildungsminister auf, sich endlich der entstandenen Schäden durch die Schulschließungen anzunehmen. Es seien Bildungslücken und Lernrückstände sowie die Schäden für die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen entstanden. Denn unzählige Studien haben bisher gezeigt, dass sich die psychische und auch physische Gesundheit in der Zeit der Schulschließungen massiv verschlechtert hat.

Daher dürfe es keine Schulschließungen mehr geben, sondern vielmehr eine Unterstützung um diese Rückstände aufzuarbeiten. Dies könnte durch Teilung der Schulklassen – zumindest in den Kernfächern – und eine Abhaltung von Blocklehrveranstaltungen zu Schulbeginn um Wissen zu festigen, zu wiederholen oder Lücken zu schließen, erfolgen. Das entsprechende Personal könnten höhersemestrige Lehramtsstudenten stellen, wobei eine Bezahlung selbstverständlich sein sollte.

Recht auf Heimunterricht muss bleiben

Ebenso sollten Eltern, die ihre Kinder – aus welchen Gründen auch immer – von der Schule abgemeldet haben, durch digitale Lernplattformen Unterstützung erhalten. Stattdessen wird aber derzeit versucht, diese Eltern zu diffamieren und die Möglichkeiten für den Heimunterricht zu erschweren. Diese Entwicklung hält Brückl für sehr bedenklich, denn es ist ein Recht, das allen Eltern zusteht und dieses dürfe nicht angetastet werden.

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