steyr mord asylant asylwerber michelle
„Europa ist für mich ein Rätsel“, betonte der „Standard“-Journalist Thomas Mayer (links) 2016 beim Europa-Dialog im Haus der EU in Wien.

Der brutale Messer-Mord an der 16-jährigen Michelle durch einen mutmaßlichen Afghanen sorgt in Österreich weiter für eine umfangreiche Asyl-Debatte! Nachdem der akut verdächtige Asylwerber Saber A. gefasst werden konnte, meldete sich unter anderem Florian Klenk, Chefredakteur der Wiener Stadtpostille „Falter“, die ihre Wurzeln in der linksextremen Hausbesetzer-Szene hat, zu Wort. Thomas Mayer, der Leitende Redakteur des „Standards“ in Brüssel, sowie der stark umstrittene ORF-Anchorman Armin Wolf kommentierten Reaktionen von Nutzern und Politikern — auf teils empörende Art und Weise.

Ein Kommentar von Online-Chefredakteur Johannes Schüller

Werbung

„Standard“-Journalist eskaliert

„Halten Sie einfach einmal Ihr dreckiges Maul. Danke“, antwortete Mayer einem kritischen Nutzer auf Twitter, als dieser ihn auf eine verfehlte Asyl-Politik im Zusammenhang mit dem brutalen Mord an Michelle hinwies! Der Kommentar des kritischen Nutzers bezog sich auf den Terror-Anschlag in Straßburg – ein mutmaßlicher Islamist aus Nordafrika hatte am Dienstagabend drei Menschen getötet („Wochenblick“ berichtete).

Mayer befand sich – laut eigenen Angaben – während des Anschlags in Straßburg. Für Unmut sorgt nun bei ihm offenbar der Umstand, dass kritische Nutzer auf Twitter auch auf den nordafrikanischen und islamistischen Hintergrund des mutmaßlichen Killers, der die  französiche Staatsbürgerschaft besitzt, hinweisen.

Ärger über „Instrumentalisierung“ von Rechts

„Es ist kaum zu glauben, wie offen Rechtspopulisten und Rassisten das Attentat in Straßburg nutzen, um in meiner Timeline ihren Hass auf Ausländer auszuleben. Der Attentäter ist Franzose, in Straßburg geboren“, schimpft „Standard“-Mayer. Pikant: Seine eigene Zeitung verweist hier auf den nordafrikanischen Migrationshintergrund des Killers. Sich angesichts der Toten in Steyr und Straßburg ausgerechnet über angebliche „Ausländerfeindlichkeit“ zu empören, offenbart freilich ein ganz besonders eigenwilliges Verhältnis zur Realität!

Klenk: Sorge um Rechte des Mädchen-Mörders?

Auch Florian Klenk weiß auf Facebook etwas zum Mädchen-Mord von Steyr zu sagen: Er will offenbar die Persönlichkeitsrechte des brutalen afghanischen Killers thematisieren. Unter den Fahndungsaufrufen der Polizei würden sich „Hass und Todesstrafenfantasien“ entladen. Die Polizei solle nach der erfolgreichen Fahndung den Fahndungsaufruf auf Facebook wieder entfernen.

Nutzer sozialer Medien zeigen sich empört! „Sie zeigen mit Ihrer Sorge um diesen geständigen, widerlichen Mörder, wo Ihre Prioritäten liegen“, schreibt ein erboster Twitter-Nutzer. Ein anderer meint – zu Recht – angewidert: „und wieder giesst der florian klenk öl ins feuer, damit die flamme am lodern bleibt. Denn keiner interessiert sich für seinen falter wenn der gegner wegfällt.“ (Kleinschreibung im Original, die Red.)

ORF-Wolf spottet über Asyl-Ausgangssperre

Armin Wolf, umstrittenes Aushängeschild des durch Zwangsgebührten finanzierten ORF, stört sich nach dem Mord von Steyr besonders an den Reaktionen zweier FPÖ-Politiker. Denn der geschäftsführende FPÖ-Klubchef im Nationalrat und Landespartei-Obmann der Wiener Freiheitlichen, Johann Gudenus, unterstützt ein abendliches Ausgangsverbot für Asylwerber („Wochenblick“ berichtete).

„Demnächst fordert Herr Gudenus zweifellos auch eine nächtliche Ausgangssperre für Touristen in Ö. und natürlich auch für ö. Touristen im Ausland. Alles andere wäre ja völlig inkonsequent“, spottet Wolf auf Twitter. Das eine konsequent durchgesetzte Ausgangssperre für Asylwerber laut Medienberichten dem 16-Jährigen Opfer das Leben hätte retten können, scheint Wolf offenbar übersehen zu haben. Freilich dürfte es auch einfach nicht in sein linksbetoniertes Weltbild passen!

Ausgangskontrolle vernachlässigt?

„Im Mai diesen Jahres kam er schließlich nach Steyr und war seither in der unweit der Wohnung des Opfers gelegenen Flüchtlingsunterkunft ‚Maradonna‘ der Volkshilfe untergebracht (…) Seit vergangenen Donnerstag war der Teenager dort aber nicht mehr erschienen. Nachdem es aber öfters vorkomme, dass Bewohner zur Nachtruhe um 23 Uhr nicht anwesend sind, habe man sich nichts dabei gedacht, sagte eine Volkshilfe-Betreuerin gestern den OÖN. Normalerweise werde erst nach drei Tagen eine Abgängigkeitsanzeige gemacht, hieß es“, berichtet ein Regionalblatt über die nachlässige Anwesenheitskontrolle in der Unterkunft des Mädchen-Killers. Diese mutmaßliche Nachlässigkeit könnte das unausgesprochene Todesurteil für Michelle gewesen sein!

ORF-Wolf sorgt sich um falsche Wortwahl

Große Sorgen bereitet Wolf dagegen ein vom niederösterreichischen FPÖ-Landesrat Gottfried Waldhäusl. Dieser hatte im Zusammenhang mit nicht integrationswilligen Asylwerbern von einer notwendigen „Sonderbehandlung“ gesprochen. Sofort witterten Wolf und andere Mainstream-Journalisten Anleihen an die Nazi-Sprache! Denn das Wort „Sonderbehandlung“ wurde von den Nationalsozialisten laut Historikern als Codewort für die Ermordung von Menschen verwendet.

Grotesk: Der ORF selbst verwendet dieses Wort – etwa in einem Bericht über Paris Hilton. „Richter Michael Sauer lehnte zudem jegliche Sonderbehandlung für die prominente Angeklagte ab“, heißt es dort. Wurde also eine brutale Ermordung Hiltons gefordert? Eine absurde, wortklauberische Debatte! Für alle Erwähnten gilt natürlich die Unschuldsvermutung.