Der Ermordete war einer der Helden der Sturmflut des Jahres 1962. Damals rettete er zahlreichen Hamburgern das Leben. Offenbar aus Habgier wurde der 83-Jährige am 20. März in seiner Wohnung vom türkischen Änderungsschneider Riza Y. (54) erwürgt.

Der tägliche Wahnsinn in Deutschland ist kaum noch in Worte zu fassen. Während vor einigen Jahrzehnten jede einzelne dieser Übeltaten wochenlang die Gemüter bewegt hätte, sind es heute nur noch Randnotizen. Das heutige Leben in Deutschland, das man sich bekanntlich jeden Tag mit den Hinzugekommenen neu ausmachen müsse, ist geprägt von Gewalt, Raub und Mord.

Staatsanwalt vermutet Mord aus Habgier

Am 20. März ermordete der türkischstämmige Änderungsschneider Riza Y. den 83-jährigen deutschen Helden Harry P. in dessen Wohnung. Mit einem Stück Stoff erwürgte der Türke den Senior von hinten – mutmaßlich um fette Beute zu machen. Ganze 100.000 Euro soll er davongetragen haben. Allerdings blieb ihm nicht viel Zeit, um sich daran zu erfreuen. Schon am 1. April klickten die Handschellen. Jedoch: Von der Beute kam kein Cent mehr zum Vorschein.

Täter behauptet Notwehr

Vor Gericht rechtfertigte sich Riza Y., der Pensionist hätte ihn geschubst, mit einer Schere bedroht und „dreckigen Türken genannt“. Wäre die Tathandlung so abgelaufen, weshalb türmte der Täter dann mit den Ersparnissen des alten Mannes? Auf der Suche danach habe er die gesamte Wohnung durchwühlt, bis er den Schatz in einem Koffer entdeckte. Y. bestreitet zwar nicht die Tötung, sehr wohl aber den Raub. Täter und Opfer sollen sich seit vielen Jahren gekannt haben. Der deutsche Held, der im Jahr 1962 Mitmenschen aus den reißenden Sturmfluten gerettet hat, soll den Türken als eine Art Ziehsohn bezeichnet haben.

Opfer wollte das Geld an Täter vererben

Von dem Geldkoffer wusste Riza, weil Harry P. ihm diesen vor zwei Jahren stolz präsentiert haben soll: „Das ist dein Erbe.“ Damals sollen sich sogar 150.000 Euro in dem Koffer befunden haben. Der Prozess in Hamburg ist noch nicht abgeschlossen.