Jetzt ist es amtlich: Der harte Lockdown kommt. Vom kommenden Dienstag, dem 17. November, bis zum 6. Dezember sperrt Österreich wieder zu. Das verkündete Bundeskanzler Sebastian Kurz bei der Pressekonferenz am Samstagnachmittag. 

Die schon gestern angekündigten möglichen Verschärfungen der Maßnahmen sind nun fix: Der Handel schließt mit Ausnahme von Geschäften des täglichen Bedarfs. Körpernahe Dienstleistungen sperren zu. Der Schulunterricht wird auf Distance-Learning umgestellt; Kindergärten und Schulen bleiben nur zur Betreuung geöffnet. Wo immer möglich, sollen die Arbeitnehmer ins Home Office wechseln. Und die Ausgangsbeschränkungen gelten ab Dienstag 24/7.

Das Verlassen des privaten Wohnraums aus „triftigen Gründen“ – also zum Arbeiten, zur Unterstützung von beispielsweise Angehörigen, zur Sicherung der Grundbedürfnisse und zur Erholung im Freien – soll erlaubt bleiben. Kurz formulierte jedoch den Wunsch der Regierung nach absolutem Kontaktverzicht unmissverständlich: “Treffen Sie niemanden! Jeder soziale Kontakt ist einer zu viel.”

Wer allein lebe, solle eine einzige Person auswählen, mit der er sich während der Zeit des Lockdowns treffe. Je konsequenter man sich verhalte, desto kürzer wäre der Lockdown. Klingt verdächtig nach: Seien Sie brav – vielleicht dürfen Sie dann mit Ihrer Familie Weihnachten feiern!

Auch dieses Mal werden wieder finanzielle Hilfen versprochen. Vizekanzler Werner Kogler gab an, die Umsatzverluste des Handels sollten je nach Branche zu 20 bis 60% ersetzt werden.

Das Ziel des harten Lockdowns sei laut Kurz, die Schulen und den Handel am 7. Dezember wieder zu öffnen. Wie genau die Aussichten sind, dass die Maßnahmen vor Weihnachten tatsächlich gelockert werden, steht wohl noch in den Sternen.