Mit der „Nobelhure-Affäre“ rund um Bundeskanzler Sebastian Kurz erlangte die Facebook-Seite des Langenzersdorfer SP-Parteiablegers österreichweite Bekanntheit. „Wochenblick“-Recherchen enthüllen nun, dass Kurz von Fans der Seite auch mit NS-Diktator Adolf Hitler verglichen wurde.

Ein Bericht von Christian Seibert

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Ständige Skandalauftritte

Langenzersdorf ist eine 8.100-Einwohner-Marktgemeinde im Bezirk Korneuburg in Niederösterreich. Ein beschauliches Örtchen, könnte man meinen, würde nicht der dort ansässige SP-Ableger mit seinen Facebook-Postings für einen Skandal nach dem anderen sorgen. Bekannt wurde der Facebook-Auftritt im Zuge der „Nobelhure“-Affäre. Mit diesem Ausdruck wurde Bundeskanzler Sebastian Kurz vom Kärntner SPÖ-Gewerkschafter Hannes K. belegt.

Kanzler mehrfach beleidigt

Die SPÖ Langenzersdorf erwiderte auf Facebook, sie wisse nicht, was an Kurz „nobel“ sei. Kein einmaliger Ausrutscher, denn auch im März dieses Jahres wurde Kurz von den sozialistischen Funktionären der Marktgemeinde mit einer Vergangenheit im Rotlichtmilieu in Verbindung gebracht. Überhaupt scheint besonders die Sexualität des Kanzlers äußerst interessant für die „Genossen“ in Langenzersdorf zu sein. So wurde bereits im Vorjahr in einem Beitrag von offizieller Partei-Seite ein intimes Verhältnis zwischen ihm und Medien-Minister Gernot Blümel angedeutet. Doch für die Betreiber und Anhänger der Hetz-Seite stellten diese schweren Verfehlungen wohl nur das Aufwärmprogramm dar.

In einer Karikatur vom April dieses Jahres, die den Regierungschef gemeinsam mit Vizekanzler Heinz-Christian Strache vereint als Hakenkreuz darstellen soll, zeigte sich unverfroren, wie auch die Fans dieser Seite ticken. In dem Posting „Kurz = literally Hitler“, nennt Benutzer Erich P. (Name der Redaktion bekannt) den Kanzler in einem Atemzug mit dem nationalsozialistischen Diktator. Alfred M. kommentierte die Karrikatur mit dem Wort „Nazibande“, Stefan S. setzte noch eins drauf und meinte gar: „faschistisches drecksgesindel. so ein nazipack gehört weggesperrt. dank kurz haben wir solches faschistengesindel in der regierung“ (Fehler im Original). Von derlei Hass kann auch die FP-Politikerin Dagmar Berlakowitsch ein Lied singen. Sie wurde jüngst in einem Beitrag der SPÖ Langenzersdorf in unvorteilhafter Pose gezeigt. In den Kommentaren zu diesem Artikel ergoss sich eine Welle des Hasses über der Nationalratsabgeordneten.

Linke Hasswelle

Die Beleidigungen reichten von „Kreatur“ über „Affengesicht“ bis hin zur Behauptung, sie leide unter einem „Nazi-Syndrom“. Auch von offizieller Seite bedient man sich bei der SPÖ Langenzersdorf immer wieder einer autoritären Rhetorik. So forderte man gar, die FPÖ gehöre „von der Landkarte getilgt“. Wo bleibt hier der Aufschrei der Medien? Unverständlicherweise wurde von der links-liberalen Presse zu den Hass-Orgien gegen Kurz, Berlakowitsch und Co. großteils geschwiegen, während zu Ausfällen aus dem rechts-konservativen Lager wochenlang kampagnisiert wurde.

Statement der SPÖ Langenzersdorf

„Wenn besorgte Bürger sich krititisch über die FPÖ äusser, durch die vielfach nachgewiesenen Verbindungenungen der FPÖ zu Rechtsextremen, zu Neonazis sowie zu Identitären, wird es sie ja wohl nicht weiter verwundern, dass wir darüber kritisch berichten.“, so die (fehlerhafte) Antwort von SP-Langenzersdorf-Vorstand Baumgärtel (l.) auf die Anfrage des „Wochenblicks“.