Eine gemeinsame Kultur ist als verbindende Grundlage für jedes Staatswesen unentbehrlich. „Kultur“, so wusste noch das Lexikon „Brockhaus“ vor ein paar Jahren, „ist die Gesamtheit der Lebensäußerungen eines Volkes.“ Kultur ist überliefertes Wissen, was unsere Vorfahren für so gut befanden, es den Kinder und Kindeskindern weiterzugeben. Aus dem aktuellen „Wochenblick“-Magazin (hier bestellen!).

Eine solche Menschengruppe – eng verbunden durch Abstammung, Kultur und Sprache – hat die beste Veranlagung, um an einer harmonischen Zukunft zu bauen.

Einzig Volk von Brüdern

Wenn zu diesen Voraussetzungen dann auch noch die Erkenntnis stößt, sich seines Potentials bewusst zu sein, ist eine solche Gemeinschaft zu unglaublichen Leistungen und ungeahntem Glück fähig. Das innere Erlebnis des „Wir“ kann nicht nur Familien zusammenschweißen, es kann auch die Lebenskraft eines ganzen Volksverbandes befeuern.

Friedrich Schiller lässt in „Wilhelm Tell“ seine Eidgenossen schwören: „Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern.“ In jedem Volk erfüllt die einzelne Persönlichkeit eine bestimmte Aufgabe, auch wenn Mainstream-Medien den Menschen das Gegenteil einhämmern.

Wen die Götter lieben…

Bei einer Ameise würde niemand in Frage stellen, dass nur die perfektionierte Arbeitsteilung im Ameisenvolk die unglaublichen Leistungen ermöglicht, die im überdimensionalen Ameisenbau ihre Vollendung finden. Die Individuen sind zu einer Einheit höherer Ordnung zusammengefügt. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Einzelteile. So auch beim Menschen.

Wen die Götter lieben, sagt Goethe, den führen sie zur Stelle, wo man seiner bedarf. Die starke Persönlichkeit findet Glück und Erfüllung in seiner Berufung. Ob derjenige als Handwerker, Künstler oder Erzieher tätig ist, ist einerlei. Er liebt seine Bestimmung, nimmt sein Schicksal freudig an und möchte seinem Volk etwas von dieser Freude zurückgeben. Niemand ist schöpferisch um seiner selbst willen, sondern will seine Gabe immer mit anderen teilen.

Teil einer Kette

Er weiß es nicht, aber unbewusst ist er Teil in einer Kette. „Er bildet ein Glied, ob das erste oder das letzte, ist gleichgültig. Und der elektrische Funke könnte nicht hindurchfahren, wenn er nicht dastünde. Darum zählen sie alle für einen und einer für alle und die Letzten sind wie die Ersten.“ (Friedrich Hebbel)
Zu welcher Größe starke Gemeinschaften und sich selbst bewusst gewordene Völker fähig sind, lehrt uns die Geschichte.

Doch nicht nur die tapfer geführten Freiheitskriege der letzten zweitausend Jahre zeigen, wie eine Gemeinschaft wie ein Mann stehen kann. Viel schöner scheint mir das Sinnbild der in ganz Europa erstandenen Kathedralen und Dome zu sein. Es ergreift uns eine unsagbare Ehrfurcht, dies zu denken, dass Menschen sich ein Denkmal bauten, deren Fertigstellung sie nicht mehr erleben konnten. Befähigt dazu hatte sie die Liebeskraft einer Volksseele.

Dombau als Symbol

Sie weckte Begeisterung und Geduld und Beharrlichkeit und baute sich selbst durch ihre Kraft in jedem Einzelnen mit hinein, bis die Tore sich öffneten und die Glocken ertönten, auch die schon längst von der Erde gegangenen und namenlos gewordenen zu rühmen. Alle diese Menschen waren beteiligt an der Darstellung ihrer Gemeinschaftsseele. Sie hatten Liebe genug, diese Tat nicht nach eigenem Wohlstand und Geschäft zu berechnen, sondern sie ganz einfach aus Frömmigkeit und Begeisterung zu vollbringen.

Am Bau der riesigen Gotteshäuser arbeiteten sie bis zur physischen Erschöpfung und unbeirrbar an ihrem Werk. Sie empfanden dafür noch etwas von der reinen Freude am edlen Gelingen des letzten, kleinsten Dinges am Ganzen.
Der Kulturträger eines Volkes – ob er nun Dome baut oder Trachten schneidert – rettet Werte und Traditionen über die Verwirrungen der Zeit. Und wer die vielen wertvollen Einzelmenschen heute genau beschaut, die an ihrem Werk unermüdlich arbeiten, wird den Geist des Volkes darin erkennen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie im „Wochenblick“-Spezialmagazin, Nr. 2: „Aus Freude zu den eigenen Wurzeln: Heimat & Identität sind wieder angesagt!“