Man kann in dieser Krise gar nicht genug wertschätzen, was die Frauen und Männer an der „Corona-Front“ tagtäglich leisten. Während viele Bürger zuhause Toilettenpapier stapeln und Nudeln kochen, riskieren Ärzte und Pfleger ihre eigene Gesundheit. Unermüdlich. Aufopfernd. Heldenhaft.

In den heimischen Krankenhäusern wird alles versucht, das Coroanavirus aus sensiblen Bereichen fern zu halten. Dennoch häufen sich leider Fälle erkrankter Ärzte und Pfleger. So wie am gestrigen Dienstag, an dem zwei Anästhesisten am Wiener AKH positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden.

Warnungen aus China

Insgesamt gelten derzeit 135 Personen als mögliche Verdachtsfälle. Laut Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) handelt es sich um 85 Mediziner und 50 Pflegepersonen, bei denen eine Abklärung erfolgen muss.

Allein in Wien waren bereits mehr als 100 Ärzte in Quarantäne. Immer wieder müssen ganze Abteilungen in den heimischen Spitälern gesperrt werden. Erfahrungen, die vor wenigen Wochen auch in China gemacht wurden.
Professor Wu Dong vom Pekinger Union Medical College Hospital warnt die europäischen Ärzte: „Unsere europäischen Kollegen stecken sich mit dieser Krankheit im Laufe ihrer täglichen Arbeit an, das Verhältnis ist dem ziemlich ähnlich, was sich in Wuhan ereignete. Wir müssen unser medizinisches Personal schützen!“

Schutzkleidung hängt an der Grenze fest

Europa würde gerade den Fehler wiederholen, der auch China unterlaufen ist. In Wuhan haben sich aufgrund mangelnder Schutzbekleidungen Tausende Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger angesteckt, mindestens 46 davon sind an den Folgen ihrer Covid-19-Infektion gestorben.

Und an Schutzkleidung mangelt es auch in Österreich: „Wir sind jetzt drei Wochen zu spät dran“, erklärt ein Arzt im Standard. Es mangle an Schutzanzügen, an Masken, an Schutzbrillen. Diese seien bestellt, würden aber „irgendwo an der deutschen Grenze festhängen“.