Beim heutigen außerordentlichen Bundespartei in Wiener Neustadt wurde Klubobmann Herbert Kickl mit überwältigender Mehrheit zum neuen Parteiobmann gewählt. Die 760 Delegierten sprachen sich eindeutig für Kickl aus.

88,24 Prozent der anwesenden Delegierten wählten Herbert Kickl zum FPÖ-Bundesparteiobmann. Ob ihm Kritiker versuchen, aus dem Ergebnis einen Strick zu drehen, weil es sich bei „88“ um einen angeblichen Nazi-Code handelt, bleibt abzuwarten. Allerdings zeigt das Ergebnis einmal mehr die Geschlossenheit der Freiheitlichen.

Bodenhaftung statt Egomobil

In seiner Rede vor der Abstimmung umriss Herbert Kickl, wie er sich seine Funktion als Parteichef vorstellt. Er wolle kein Nachlassverwalter sein, sondern ein neues Kapitel in der Erfolgsgeschichte der Freiheitlichen Partei aufschlagen. Daher sei ihm die innerparteiliche Freiheit sehr wichtig, weshalb er die Funktion des Parteiobmanns nicht als „primus inter pares“ sondern vielmehr als Kapitän sehe. Einer, der führt, wo es notwendig sei – aber „führen durch zulassen“.

Sodann kommt Kickl auf die ÖVP zu sprechen. „Ich komme aus kleinen Verhältnissen. Ich bin aufgewachsen in einer Arbeitersiedlung in Radenthein“, führt Kickl aus. Diese Erinnerungen würden auch niemals ausgelöscht. Denn was er gelernt habe sei, dass es im Leben um „Zufriedenheit“ und „Bodenhaftung“ gehe. Genau gegenteilig also zum Weg des derzeitigen Bundeskanzlers Kurz, der vom „Geilomobil zum Egomobil“ geführt habe.

Deshalb müsse die FPÖ auch ein Gegenmodell zur ÖVP und den „Lüstlingen der Macht“, denn „Teflon gehört in die Bratpfanne und nicht ins Bundeskanzleramt“, spielt er auf die Eigenschaft des Kanzlers an, für Fehler immer einen Sündenbock zu finden und sich abzuputzen.

Grüne korrumpiert von der Macht

Auch den grünen Juniorpartner in der Regierung sparte Kickl in seiner Rede nicht aus. Den Grünen bescheinigte er, zugekifft und zugedröhnt zu sein, weil sie an der Macht geschnuppert hätten. Das habe sie in ein derartiges „High“ versetzt, dass sie nicht merken würden, wie ihnen auf offener Bühne das Rückgrat demontiert werde. „Sie sind die grüne Tuchent für die türkisen Schweinereien“, so Kickl, der den Befund abgab: „So arg kann gar kein Virus mutieren wie Kogler, Maurer und Co.“

Im Gegensatz zu den Grünen sei die FPÖ die einzige Partei, die sich wirklich um die Belange der Bevölkerung kümmere, weshalb sie auch den Mächtigen ein Dorn im Auge sei. Um gegen die beständigen Angriffe zu bestehen, gebe es kein besseres politisches Fundament als eine gefestigte Ideologie, so der FPÖ-Klubobmann. Zugleich wies er die mantraartige wiederholten Diffamierungsversuche zurück: „Ich bin gerne ein ideologischer Parteiobmann, und gerne auch rechts, denn vieles wird als rechts verunglimpft, was in Wahrheit normal ist.“

Unterstützung aus allen Bundesländern

Schon im Vorfeld war die Unterstützung für Herbert Kickl am Parteitag groß. So dankte der Dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer seiner Familie und seinen Mitarbeitern für die Unterstützung während seiner Obmannschaft. „Wir übergeben die Obmannschaft in Freundschaft in Einigkeit und Stärke“, strich er den Gegensatz zu früheren Obmannwechseln in der FPÖ hervor.

Auch der oberösterreichische Landeshauptmann-Stellvertreter und Obmann der FPOÖ, Manfred Haimbuchner, sicherte Herbert Kickl die volle Unterstützung zu: „Lieber Herbert, du wirst den freiheitlichen Zusammenhalt und die Kraft meiner Landesgruppe spüren“. Allen Spaltungsversuchen von der Partei feindlich gesonnenen Akteuren erteilte er einmal mehr klare Absage: „Zusammenhalt ist etwas, das unbedingt erforderlich ist, damit man erfolgreich Politik machen kann!“

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