Heute: Spannende Diskussion auf ServusTV
Foto: Flickr; Markus poerschke, CC BY-NC-SA 2.0; ServusTV Presse; Bildkomposition "Wochenblick"

Seit letztem Jahr tobt ein Kampf um die öffentliche Deutungshoheit: Die einen wollen politisch unliebsame Meinungen als „Hasskriminalität“ verfolgen und unerwünschte Fakten als „Fake News“ verbieten. Die anderen pochen auf Rede- und Meinungsfreiheit und werfen etablierten Medienmachern Zensurabsichten vor, die sich primär gegen die Alternativmedien richten. Keine Woche vergeht ohne Neuigkeiten an dieser „Front“ – pro und kontra Zensur…

Jetzt auch ÖVP für Zensurmaßnahmen

Nachdem die EU-Kommission für ihre Mitglieder einen unverbindlichen Verhaltenskodex eingeführt hat, fordern nun Vertreter des österreichischen Nationalrats weitere notwendige Schritte. Reinhold Lopatka, der Klubobmann der ÖVP betonte, dass es wichtig sei, Dienstanbieter bzw. Provider dazu zu verpflichten, gegen Personen vorzugehen, die gegen den Kodex verstoßen. Behörden und Gerichten müssten zudem „geeignete Instrumente“ zur Verfügung stehen, um die notwendigen Informationen erhalten zu können, um ermitteln und gegebenenfalls Anklage erheben zu können. Legislative Maßnahmen schlägt auch Staatssekräterin Muna Duzdar von der SPÖ vor. Ein Antrag auf Mitteilung an das Europäische Parlament und den Europarat wurde dafür mit den Stimmen von ÖVP, SPÖ und Grünen mehrheitlich angenommen.

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Fleischhacker: Bedenkenträgerindustrie

Doch es gibt auch andere Stimmen; in einem bemerkenswerten Kommentar in der „NZZ“ dringt Michael Fleischhacker zum Kern des Problems um die derzeit vorherrschende Hysterie um „Fake News“ und vermeintlichen „Hass im Netz“ vor, wenn er schreibt: „Was wir erleben, ist ein zugespitzter, doppelter Kampf um die Deutungshoheit: der zwischen den etablierten professionellen Medien und den Selfmade-Medien von Politikern und Aktivisten. Und der zwischen Globalisten und Nationalisten. Die Globalisten setzen tendenziell auf die etablierten Medien, die Nationalisten auf die Selfmade-Medien.“

Heute, 22:15: „Talk im Hangar-7“ auf ServusTV

Apropos Fleischhacker: Der mutige Moderator packt heute Donnerstag, den 2. März das heiße Eisen „Fake News“ in seinem „Talk im Hangar-7“ an: „Fake-News und Lügenpresse: Wem kann man glauben?“, lautet das Thema zu der er eine interessante Gesprächsrunde eingeladen hat. Allen voran Ingrid Brodnig, die sich ganz dem Kampf gegen „Fake News“ verschrieben hat; auf ihre Argumente für eine neue Zensur und eine Einschränkung der Meinungsfreiheit darf man gespannt sein. Mit dabei ist u.a. auch Roger Köppel, der bekannte Schweizer Politiker und Herausgeber der „Weltwoche“, der als leidenschaftlicher Verfechter der Meinungs- und Redefreiheit gilt.

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Immer mehr „Fake News“ sind in den Medien im Umlauf. Doch wie soll man mit diesem Phänomen umgehen? Zu dieser Frage hat der „Wochenblick“ am 9. März in Linz eine Veranstaltung organisiert.

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