Nach öffentlicher Kritik an den Praktiken des Vereins „Original Play“ wurden dessen Aktivitäten vor wenigen Tagen in Niederösterreich verboten. Der Verein entsendet „Apprentices“ an Schulen und Kindergärten, wo mit sehr engem Körperkontakt mit Kindern „gespielt“ wird. Besonders problematisch erscheint die Tatsache, dass dieses Personal über keinerlei pädagogische Ausbildung verfügen muss. Wochenblick hat die Bildungseinrichtungen recherchiert, in denen Original Play in Oberösterreich tätig gewesen sein will. 

Als Referenzen in Oberösterreich gibt der umstrittene Verein auf seiner eigenen Homepage folgende Kindergärten, Schulen und sonstige Einrichtungen an:

Bildungshaus Breitenstein, Kirchschlag/Linz, OÖ
EKIZ Bunter Floh Ottensheim, OÖ
EKIZ Linz Figulystraße, OÖ
EULE Steyr, OÖ
FBZ Kremsmünster, OÖ
Impulsschule Steyr, OÖ
Kindergarten Enns III Eichbergstraße, OÖ
Lernort Koglhäusl Pichlern/Sierning, OÖ
Männerfestival Breitenstein Kirchschlag/Linz, OÖ
PH der Diözese Linz, OÖ
Schule an der Alm Pettenbach, OÖ
Schule der Freude Waldheim/Feldkirchen/D., OÖ
Soziale Initiative, Linz, Shanaia, OÖ
Soziale Initiative, Linz, Derflingerstraße, OÖ
VS 2 Kirchdorf/Krems, OÖ
VS 52 Solar City Linz, OÖ
VS Engerwitzdorf/Schweinbach, OÖ
VS Euratsfeld, OÖ
VS Vorchdorf, OÖ

Ob in all diesen Schulen wirklich „gespielt“ wurde oder ob dies nur von Original Play behauptet wird, versucht das Recherche-Team von Wochenblick im Moment abzuklären.

Aktuell bemühen sich viele Politiker um Auskunft und Information. Wer hat den Verein eingeladen, waren die Eltern informiert und wer hat wie viel bezahlt. Die Zeitung Heute hat unter dem Titel „Warum fiel das niemandem auf?“ dazu einen bemerkenswerten Satz veröffentlicht:

Caritas, Diakonie, Kinderfreunde und Co. boten den derzeit elf in Österreich aktiven „Apprentices“ ein „Spielfeld“.

In Deutschland Missbrauchsvorwürfe

Öffentlich-rechtliche Fernsehsender hatten zu den Aktivitäten des Vereines länderübergreifend recherchiert und zumindest in Deutschland mehrere Verdachtsfälle in Richtung Missbrauch gefunden.

Bei aller Freundschaft zu sozial engagierten Projekten stellt sich die Frage, ob es angemessen ist, fremde Erwachsene in Kindergärten und Schulen zu holen, die mit Kindern ausgelassen in einer Art und Weise am Boden herumbalgen, die aus gutem Grund normalerweise den Eltern und Großeltern der eigenen Familie vorbehalten ist.