[Sperrfrist 13.6.] Hier zeigt sich die Steyr von ihrer schönsten Seite
Die Steyr durchbricht drei Kilometer nordöstlich von Klaus in einer 45 Meter tiefen Konglomeratschlucht in einer Länge von einem Kilometer das Bergland, das aus Hauptdolomit besteht. Dieser Durchbruch, das sei vorweggenommen, ist nicht begehbar, aber er lohnt einen Besuch, da beim Neuausbau der Steyrtal-Landesstraße in den Jahren 1968/69 eine Aussichtsterrasse angelegt wurde. Auf einem Gedenkstein, der anlässlich der Brückeneröffnung aufgestellt wurde, steht viel Interessantes über die Entwicklung dieses Verkehrsweges. Die Tiefgrabenbrücke der ehemaligen Steyrtalbahn (Steyr-Klaus) wurde 1908 errichtet und 1991 restauriert. Sie dient heute als Wander- und Radweg, da man die Trasse der Bahn nach ihrer Einstellung als bequemen Radweg umgestaltet hat. „Im Gegensatz zu den ,modernen Brücken‘ liegt das alte Elektrizitätswerk aus dem Jahr 1908 fast schüchtern im Tal der Steyr.
Es ist köstlich, wie es sich, einem Schlösschen gleich, mit einer überdimensionalen Rutsche, einem Fischsteig, einem dunklen, bedrohlichen Rohr und anderen Anlagen in das Tal drückt und nicht auffallen möchte.“ Was der Buchautor Rudolf Speil so emotional beschrieben hat, ist ein Bauwerk des Jugendstils und ein Architekturjuwel europäischen Ranges. Wer aber Steyrdurchbruch und E-Werk in ganzer Schönheit sehen möchte, der muss in die Mitte der Straßenbrücke gehen, dort liegt beides, Natur und Technik, majestätisch vor ihm. Die Aussichtsterrasse genügt leider nicht!
Buchtipp! Rudolf Speil: Klammen und Schluchten in Österreich. An tosenden Wassern, Leopold Stocker Verlag, 3., ergänzte Aufl., 336 S., viele Farbabb., € 17,90. (ISBN: 978-3-7020-1130-7)

 

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