Die Corona-Pandemie sorgt für eine deutliche Zunahme von psychischen Erkrankungen. In einigen Bundesländern sind die Stationen in der Psychia­trie voll. Dennoch wird teilweise Personal abgezogen, um auf Covid-Stationen auszuhelfen.

Vor einigen Tagen erklärte Katharina Glück, Leiterin der Abteilung für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin am Klinikum Wels-Grieskirchen, dass sie einen starken Anstieg an Patienten bemerke, großteils hervorgerufen durch Corona-Ängste: „Starke Beschränkungen des sozialen Lebens, Wirtschaftsflaute und Arbeitslosigkeit sind Umstände, die zu psychischen Belastungen und Depression führen.

Bei ausgeprägter Symptomatik kann eine stationäre Behandlung notwendig sein.“ Ein gleiches Bild zeigt sich auch im Nachbarbundesland Salzburg. Die Stationen der Christian-Doppler-Klinik sind voll.

Viele Suchtkranke erleben einen Rückfall. Zudem leiden viele Menschen an der Belastungssituation durch Corona, die auch zu psychischen Erkrankungen führen kann. Trotz der Zunahme an Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen musste diese Woche eine Station der Klinik geschlossen werden, da Personal auf der Covid-Station benötigt wird.

Ähnlich ist auch die Situation in Steyr (OÖ), Baden (NÖ) oder Hall in Tirol, wo die Station für Psychotherapie geschlossen und die Patienten nach Hause geschickt wurden, weil das Personal auf Covid-Stationen eingesetzt werden soll. Auch in anderen Bundesländern liegen bereits Pläne dafür vor. Die Patientenanwaltschaft warnt davor, die psychische Versorgung zu reduzieren und Menschenleben in Gefahr zu bringen.

Denn das Hauptproblem der Covid-Stationen besteht am Personalmangel. Dieses wird, wenn es positiv getestet wird und keine Symptome zeigt, dennoch in Quarantäne geschickt. Gesundheitsminister Anschober wollte bereits dafür eine Lösungen finden.