Als eine Kopftuch-Moslemin die Stufen zur Kanzel erklomm, um ausgerechnet am Reformationstag in einer evangelischen Kirche zu predigen, entschloss sich ein anwesender Christ zu einem kreativen und friedlichen Protest. Beim Gottesdienst in Schwerte im Ruhrgebiet begann er laut das Vaterunser zu beten, um Widerstand gegen die – seiner Meinung nach – Entweihung des Gotteshauses zu leisten. Daraufhin wurde er vom linksgerichteten Pastor und seinem Küster aus der Kirche geworfen. 

Etwa sechzig Personen waren bei der angekündigten Aktion am evangelischen Reformationstag anwesend, wo die türkischstämmige Politikwissenschaftlerin Dunya Elemenler von der Kanzel predien sollte. Die Dame trägt als Zeichen ihrer konservativen Religionsauslegung ein Kopftuch. Sie ist Mitglied der laut Innenministerium islamistischen und antisemitischen Organisation Millî Görüş. Zugleich sitzt sie im Deutschen Islamrat und befasst sich angeblich mit einem Dialog mit Juden und Christen über das Fremdsein und die Integration.

Kritik als rechte Hetze abgetan

Der verantwortliche Pastor Tom Damm ließ sich auch im Vorfeld nicht durch sachliche Kritik von seinem Tun abhalten. Menschen, die ihn darüber informierten, dass die Dame einer als hochproblematisch bekannten Organisation angehört, bezeichnete er als rechte Hetzer. Die evangelische Kirche ist seit Martin Luther geschichtlich selbst extrem nahe am Antisemitismus anzusiedeln, auch die diesbezügliche Rolle der evangelischen Amtskirche im 3. Reich ist sehr umstritten. Dass gerade in einem evangelischen Gotteshaus eine solche Predigt ermöglicht wird, während man einen Christen wegen des Betens des Vaterunser aus der Kirche verweist, empfinden viele Gläubige als Sakrileg. 

Erschwerend kam hinzu, dass der einzige Anwesende, der sich zu Widerstand entschloss, Mitglied der AfD ist. Häme und schlechte Nachrede in den Lokalmedien waren ihm gewiss, während seine Argumentation in der Öffentlichkeit kein Gehör fand. Dem Blogger Jürgen Fritz gab er ein ausführliches Interview über das Geschehen. Er berichtet, dass er von vielen Seiten auch unerwarteten Zuspruch für seine Protestaktion erhielt.