Das sorgte heftig für Aufregung: Im November stellten minderjährige Asylwerber nur einen Tag nach dem Wien-Terror im Pottendorfer Schlosspark (Niederösterreich) eine brutale Hinrichtung für ein Video nach. Doch der Verfassungsschutz und die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt können darin keinen terroristischen Hintergrund erkennen. Ihrer Ansicht nach handle es sich nur um einen „deplatzierten Streich“. 

Ausgerechnet der SPÖ-Bürgermeister Thomas Sabbata-Valteiner wurde Zeuge der schrecklichen Szenen, die den Pottendorfer Schlosspark im November kurzweilig zum Hinrichtungs-Schauplatz machten. Für Videoaufnahmen zwangen vier minderjährige Asylwerber einen weiteren auf die Knie, bedrohten ihn mit „Kopfschuss“-Gesten und all das mitten im Pottendorfer Schlosspark. Der Ortschef erstattete umgehend Anzeige.

Staatsanwaltschaft: „Deplatzierter Streich“

Jetzt stellt sich heraus: Die Ermittlungen sind abgeschlossen. Ein Terrorhintergrund könne definitiv ausgeschlossen werden, heißt es seitens der Staatsanwaltschaft. Eine Straftat liege daher auch nicht vor. Für sie handelt es sich um einen „deplatzierten Streich“. Die Asylwerber selbst sollen gegenüber der Leiterin ihres Asylheims erklärt haben, dass es sich bei dem Vorfall um ein Ausleben ihrer Kultur gehandelt habe. So sei es in ihrer Kultur vollkommen normal, dass Hinrichtungsvideos gedreht werden.

Vergleich: IS-Videos und nachgestellte islamistische Hinrichtung

Man kennt die Szenen der islamistischen Hinrichtungsvideos. Während ihre Opfer auf dem Boden knien, posieren die Islamisten in Kampfanzügen mit Waffen aufrecht dahinter. Dann erschießen sie ihre Opfer eiskalt „für Allah“.

Szenen aus einem echten IS-Hinrichtungsvideo:

Bereits 2018 sorgte ein nachgestelltes IS-Hinrichtungs-Video für Aufsehen. Damals stellten Kinder in Libyen eine IS-Hinrichtung nach. Die „Opfer“ knien am Boden, dahinter posiert ein Kind mit einer vermeintlichen Waffe.

Für die Öffentlichkeit und für Russia Today stand außer Frage, dass es sich um ein nachgestelltes IS-Hinrichtungsvideo handelte:

Das Pottendorfer Hinrichtungsvideo der jungen Asylwerber habe laut der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt definitiv nichts mit Terror zu tun. Der Verfassungsschutz habe keinen Terror-Hintergrund ermitteln können.

Für die Staatsanwaltschaft ein „deplatzierter Streich“:

Norbert Hofer: Hobby-Schauspieler von heute sind Gefährder von morgen

Für FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer ist die Sache hingegen ganz klar. Er erklärt: „Österreich darf so eine Entwicklung nicht dulden. Die Hobby-Schauspieler von heute sind die Gefährder von morgen. Wenn die Jugendlichen so an ihren kulturellen Errungenschaften wie Hinrichtungen hängen, dann sollen sie bitte wieder in ihre Heimat zurückkehren. Mit der Kultur unserer Heimat Österreich sind derartige Weltanschauungen nicht kompatibel.“