Eine Studie der Medizinischen Universität Innsbruck kommt zum Ergebnis, dass hohe Antikörperwerte im Blut im Zusammenhang mit schweren Covid-19-Verläufen stehen – eine hohe T-Zellen-Aktivität hingegen mit leichten. Es wurde auch eine Möglichkeit entdeckt, das Überschießen der Immunantwort (Zytokinsturm) mit Medikamenten zu verhindern. Entdeckungen die künftig Leben retten könnten, so sie berücksichtigt werden.

  • Hohe T-Zell-Aktivität mit leichten Krankheitsverläufen verbunden
  • Hohe Anzahl von Antikörpern hängt mit schwereren Verläufen zusammen (Zytokinsturm)
  • Verhinderung des Zytokinsturms mit bereits vorhandenen Medikamenten möglich

Von Christoph Uhlmann

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Einem Forscherteam rund um den Mikrobiologen und Immunologen Dr. Wilfried Posch (Medizinische Universität Innsbruck) ist es gelungen festzustellen, wie die T-Zellen und Antikörper bei der Immunantwort auf eine SARS-CoV2-Infektion reagieren. Die Wissenschaftler haben festgestellt, dass eine robuste T-Zell-Aktivität mit niedrigeren Werten von Entzündungsproteinen (Anaphylatoxinen) zusammenhängt und dadurch zu leichteren Krankheitsverläufen führt. Bei schweren Verläufen wurden hingegen hohe Werte von neutralisierenden und auch nicht-neutralisierenden Antikörpern nachgewiesen. Hierzu wurden in Zusammenarbeit mit mehreren Tiroler Krankenhäusern Gewebeproben von COVID-19 Patienten 30 bis 40 Tage nach einem positiven PCR-Test untersucht. Es wurden dabei nicht nur Antikörpertiter, sondern auch die Neutralisation des Virus, die T-Zellreaktionen sowie der Anaphylatoxin-Spiegel ausgewertet.

Hohe T-Zell-Aktivität führt zu leichtem Verlauf, hohe Antikörper zu schwerem

„Bei Patienten mit leichten Infektionen ließen sich robuste zytotoxische T-Zell-Reaktionen bzw. ein niedriger Anaphylatoxinspiegel nachweisen. Anaphylatoxin ist ein Entzündungsprotein, das vor allem bei kritischem Verlauf hochreguliert wird. Darüber hinaus stellten wir fest, dass hohe SARS-CoV-2-Antikörpertiter – darunter fallen neutralisierende als auch nicht-neutralisierende Antikörper – mit einem schweren Krankheitsverlauf verbunden sind, denn viele nicht-neutralisierende Antikörper binden an das Virus und heizen die Produktion von Immunkomponenten wie Anaphylatoxinen an. Die Folge ist ein Zytokinsturm, also eine erhöhte Entzündungsreaktion „, erklärt der Immunologe Posch.

Dieser sogenannte Zytokinsturm ist gewebeschädigend und kann lebensbedrohlich sein. Schon vor Monaten hat Prof. Dr. Sucharit Bhakdi vor den Gefahren einer überschießenden Immunantwort durch Antikörper gewarnt. Und erst kürzlich hat Wochenblick über eine Studie der MIT-Forscherin Stephanie Seneff berichtet, die zeigen konnte, dass die experimentellen mRNA-Impfungen zu einer solchen überschießenden Immunreaktion führen können.

Möglichkeit der Therapie entdeckt

Die Innsbrucker Wissenschaftler fanden auch einen Weg, wie man diese überschießende Reaktion des Immunsystems verhindern könnte. Eine Erkenntnis, die auch bei anderen Atemwegserkrankungen, die einen solchen Zytokinsturm und damit einhergehende Gewebeschäden an der Lunge hervorrufen können, hilfreich sein könnte. „In ersten klinischen Studien wird das mit bereits zugelassenen Medikamenten, die gegen diese Immunfragmente wirken, schon untersucht“, führt der Mikrobiologe aus.

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