Wer Sebastian Kurz so leiben und leben sieht, dem kommt der Eindruck einer gewissen Selbstgefälligkeit. Wochenblick-Leser Walter Mair hat diesen Drang des Kanzlers zur Selbstdarstellung in Gedichtform satirisch aufgearbeitet:

Ein Gedicht von Wochenblick-Leser Walter Mair

Hymne auf Hybris

Wenn einer keine Fehler macht
Neigt er vielleicht zum Lügen
Zum Vorne-Sein, zu Ruhm und Macht
Zu unentwegtem Siegen

Nimmt gerne Bäder in der Menge
Von Menschen die ihn sehr verehren
Und kommt er selber in die Enge
Darf er die eigenen Gesetze
Auch mal ins Gegenteil verkehren

Um ihn herum die Mitlauf-Schar
Stets treu „ununverhohlen“
Des Meisters Wort ist rein und wahr
Sie brauchen es nur wiederholen

In Krisenzeiten wächst er gar
Noch über sich hinaus
Trotz Lockdown – mit frisiertem Haar
Empfängt er für sein Regiment Applaus

Das Volk liegt ihm zu Hauf zu Füßen
Und zeigt sich überwiegend stumm
die „Totgeweihten“ lassen grüßen
Und wer sein Wort nicht glaubt, ist dumm

Sein Helfershelfer ist die Angst
Er hört nicht auf das Angst-Gejammer
Wenn die Bevölkerung nicht brav ist
Dann kommt sie unter seinen „Hammer“

So haben wir den besten Mann
Als Führer auserkoren
Und wer sich seiner Macht entzieht
Ist hoffnungslos verloren

 

Zum Autor:
Lebenskünstler, Wortspieler, Philosoph, Autor, Vater, Angestellter, Mediator, Begleiter, Pensionist, Mensch – es gibt viele Rollen, mit denen sich der lebensfrohe Mittsechziger Walter Mair identifizieren kann. Als wichtigste Eigenschaft beschreibt der leidenschaftliche Konsument freier und unabhängiger Medienangebote seinen Hang, stets skeptisch und (positiv) kritisch zu bleiben.