Für einigen Gesprächsstoff in der Bundeshauptstadt sorgt derzeit ein Interview, welches Peter Hacker (SPÖ) der linken Stadtzeitung „Falter“ gab.

Der rote Gesundheitsstadtrat äußerte darin nämlich sein Unverständnis für die Schärfe mancher Maßnahmen. In einer dicht bebauten Stadt hätten diese Auswirkungen, welche im Land nicht so offensichtlich wären. Er glaubt daher, dass es in Wien „krachen“ würde, insbesondere in der Wirtschaft, wenn diese eine gewisse Zeit in Kraft wären. Gegenüber der Krone legte er dann sogar nach und forderte die Öffnung von Spielplätzen.

Hacker: „Fatal, wie hysterisch reagiert wird“

Denn, so befand Hacker, man könne eine Stadt nicht einfach „wie im Film abdrehen“. Für besondere Aufregung sorgten allerdings Aussagen, welche er in Richtung der Ärzteschaft abgab. Der Angst vieler Ärzte, dass das Gesundheitssystem kollabieren könne, teilt Hacker allerdings nicht. Dass diese vorhanden sei, findet er bemerkenswert. Er erwarte von diesen nämlich, „dass sie im Umgang mit Viren am entspanntesten sind, denn sie wissen am besten über Ansteckungen Bescheid“.

Dies gölte insbesondere für die Einschätzung unterschiedlicher Schutzmechanismen: „Es ist fatal und an sich inakzeptabel, wie hysterisch da zum Teil reagiert wird.“ Die Lagerbestände zu Schutzausrüstung seien in seiner Stadt jedenfalls „gut gefüllt“, weil der Krankenanstaltenverbund „seit Jänner auf dem Weltmarkt wie verrückt“ einkaufe.

FP-Nepp: „Skandalöse Beleidigung“ von Ärzten

Die Darstellung der unermüdlich arbeitenden Ärzteschaft als „hysterisch“ rief in Wien einigen Unmut hervor – insbesondere beim politischen Mitbewerber. So sprach sich etwa NEOS-Klubobmann Christoph Wiederkehr dagegen aus, Bund gegen Länder auszuspielen. Hacker schaffe dadurch weitere Unsicherheit in der Bevölkerung. Man dürfe Personen, die „an vorderster Front“ gegen das Virus kämpften auch nicht abqualifizieren.

Noch schärfer äußerte sich FPÖ-Vizebürgermeister Dominik Nepp, der eine „skandalöse Beleidigung“ von Ärzten sah. Derartige Äußerungen dürfen seiner Ansicht nach „nicht ohne Folge bleiben“. Gerade jetzt brauche es Schutzmaßnahmen für Ärzte und Personal in der Pflege. Es zeige sich, das Hacker mit dieser Aufgabe „heillos überfordert“ sei. Er stellte daher in den Raum, dass Bürgermeister Ludwig diesem den Rücktritt nahelegen möge.