Ein ganzes Jahr hat es gedauert. Doch nun hat das Bundeskriminalamt das gesamte Ibiza-Video und fahndet nun nach der vermeintlichen Oligarchen-Nichte.

Am 27. Mai 2019 – also genau vor einem Jahr – wurde im Bundeskriminalamt eine Sonderkommission (Soko) zur Aufklärung der Ibiza-Affäre eingerichtet, über welche die damals beliebte türkis-blaue Regierung stolperte. Wie nun bekannt wurde, ist der Soko die Sicherstellung des Videomaterials gelungen.

Europaweite Fahndung nach „Oligarchen-Nichte“

Im Zuge der Ermittlungen gelang es unter anderem sowohl das sogenannte „Ibiza-Video“ (in der Länge von 12 Stunden, 32 Minuten, 38 Sekunden) als auch Equipment und Audiodaten (in der Länge von 8 Stunden, 14 Minuten, 3 Sekunden) sicherzustellen. Und nun kann auch ganz Österreich endlich sehen, wie die Frau aussah, die der damalige Vizekanzler Heinz-Christian Strache als „schoaf“ bezeichnete.

Denn im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wien wurden nun von der Soko Fahndungsfotos sowie das Ersuchen um Hinweise zur unbekannten Täterin mit dem Aliasnamen Alyona Makarov veröffentlicht. Aus kriminalpolizeilicher Sicht erhofft man sich dadurch nähere Erkenntnisse zu den Hintergründen betreffend die Herstellung und der Vorbereitung des „Ibiza-Videos“.

Aufwendige Ermittlungen

Insgesamt werden derzeit über 40 Ermittlungsverfahren im Auftrag der beiden Staatsanwaltschaften durch die Ermittler der Soko Tape abgearbeitet. Es wurden kriminalpolizeiliche Maßnahmen wegen des Verdachts auf 31 unterschiedliche Delikte gesetzt.

In den letzten 365 Tagen wurden 139 Anlassberichte über die Zwischenergebnisse erfasst, 55 Hausdurchsuchungen, zehn freiwillige Nachschauen und 259 förmliche Vernehmungen geführt.

Fünf Festnahmeanordnungen sowie 13 Rechtshilfeersuchen wurden umgesetzt. Bis dato konnten bei den Ermittlungen 34 Terrabyte an Daten sichergestellt werden.