Was wünscht man einer 100-Jährigen? Meistens Glück und Gesundheit! Dieser Wunsch auf unser Bundesland übertragen, das am Sonntag seinen 100. Geburtstag feierte, müsste dann wohl Frieden, Wohlstand, Fortschritt und Bewahrung der Identität heißen.

Ein Kommentar von Kurt Guggenbichler

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Denn nach den Worten der Historikerin Gudula Walterskirchen sind „Stürme“ bei „starker Verwurzelung“ immer besser zu überstehen. Und vor Stürmen und Böen, die nicht meterologischer Natur sind, ist auch Oberösterreich nicht gefeit.

Daher müsse unsere Gesellschaft, die die Demokratie als ein hohes Gut betrachtet, auch wehrhaft sein. Allein mit Toleranz werde man sich nicht zu behaupten vermögen, gibt die Historikerin bei ihrem Festvortrag im Linzer Landhaus zu bedenken und verweist generell auf die Vorkommnisse in der Geschichte.

Ohne den kultivierten Austausch der Argumente und den Respekt vor Andersdenkenden gebe es keine Demokratie postuliert Walterskirchen, nicht zuletzt auch im Hinblick auf manche Ereignissse in unserer Republik.

Mit ihrer Forderung nach „Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit“ in der Politik und in den Medien, dürfte sie den Nerv vieler demokratisch denkender Menschen getroffen haben. Diese wünschen sich nämlich weiterhin ein selbstbewusstes Oberösterreich, das seine Identität und Traditionen wertschätzt und bewahrt.