Hunderte illegal in Frankreich lebende Migranten, die als Bewegung der „Schwarzwesten“ auftreten, besetzten letzten Freitag das Pariser Panthéon. Sie prangerten die schlechten Lebensbedingungen an und forderten, im Land bleiben zu können. Die Polizei räumte das Gebäude.

Ein Beitrag von Kornelia Kirchweger

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Grüne Parlamentariern zündelte und heizte Afrikaner an

Die „Schwarzwesten“ (Gilets Noir) sind eine neu auftretende Bewegung von illegal im Land lebenden Migranten aus 34 Wohnanlagen von Paris und Umgebung. „Heute besetzen wir, Immigranten ohne Papiere, Bewohner von Sozialwohnungen, Straßenbewohner, das Panthéon„, hieß es in einer Pressemitteilung. In Frankreich seien sie papierlos, gesichtslos und haben kein Mitspracherecht. Dann listen sie ihre Notlage auf. Dass sie unter Autobahnbrücken oder in Migrantenwohnanlagen schlafen, in denen die Polizei sie „in ihrem Bett“ festnehme, während 200.000 Wohnungen in Paris leer stehen. „Wir kämpfen nicht nur um Papiere, sondern gegen ein System, das uns zu illegalen Einwanderern macht“. Die grüne Parlamentarierin, Esther Benbassa, war dabei und feuerte sie an.

Polizei musste Pantheon räumen – 40 Festgenommene

Das Panthèon ist eine Grabstätte berühmter französischer Persönlichkeiten. Die Polizei räumte das Gebäude auf Anordnung ihres Präfekten und nahm fast 40 Personen fest. Schon im Juni besetzte die Migranten-Gruppe den Pariser Hauptsitz des Caterers „Elior“, um Unternehmen zu verurteilen, die illegale Einwanderer ausbeuten. Im Mai besetzte sie einen Terminal des Flughafens Paris-Charles-de-Gaulle, aus Protest gegen die Mitwirkung von Air France bei der Ausweisung von Einwanderern.