Kein Wunder, dass Großbritannien endlich raus aus der EU will! Für die Dauer der Brexit-Verhandlungen muss das Land nämlich noch nach der Brüsseler Pfeife tanzen und illegale Migranten ins Land lassen. 550 solcher Zuwanderer drängten seit Mitte März aus Frankreich über den Kanal an die britische Küste. Jede Woche kommen weitere dazu. Laut EU-Gesetz gelten die Corona-Reise-Einschränkungen nur für EU-Bürger, nicht aber für Migranten. Eine Rückweisung ist verboten, ein Asylantrag muss möglich sein. Der soll, laut jüngster Anweisung aus Brüssel, ja auch per Post oder Online möglich sein.

Ein Bericht von Kornelia Kirchweger

Andrang aus Frankreich

Die Migranten drängen vorwiegend aus den französischen Camps in Calais und Dunkerque (Dünkirchen) über den Kanal nach England. In den mehrmals aufgelösten und immer wieder neu entstandenen Lagern leben aktuell an die 1.500 Migranten. Einige von ihnen sind bereits mit Corona infiziert. Bei ihrer Ankunft wird aber nicht jeder auf das Virus getestet. Die Küstenwache trägt Schutzkleidung und muss Abstand halten. Nur bei Symptomen wird getestet und die Betroffenen werden isoliert.

13.000 Pfund pro Überfahrt

Für die Kanal-Überfahrt zahlen die illegalen Einwanderer Menschenschmugglern horrende Summen: bis zu 13.000 Pfund pro Person. Corona dürfte den Preis nach oben gedrückt haben – vergangenen Herbst waren es noch 6000 Pfund. Woher die Migranten das Geld haben, ist unbekannt. Pull-Faktor für dieses unmenschliche Geschäft, ist die verordnete Willkommenspolitik der EU. Diese wird demnächst in einem neuen EU-Migrationspakt definiert, hieß es bereits. Gutmenschliche NGOs haben schon ein Rezept gegen illegale Einwanderung: man müsse Migration einfach legalisieren – dann machen die Schlepper kein Geschäft mehr.

Innenministerin: das muss aufhören…

Die britische Innenministerin, Priti Patel, kündigte jedenfalls an, diesen kriminellen Menschenhandel mit allen Mitteln zu unterbinden. Man unterstütze Frankreich dabei, die Strände mit Sonderpatrouillen, Drohnen, Spezialfahrzeugen und Überwachungsausrüstung zu kontrollieren, solche Boote die europäischen Küsten nicht mehr verlassen können. Es gibt allerdings auch Gerüchte, wonach die französische Polizei die Schlepper unterstützt. Etwa mit dienlichen Hinweisen dazu, wann eine Kanal-Überfahrt optimal ist. Paris kämpft indes seit über einer Woche mit Migranten-Randalen, denen die Polizei nicht Herr wird.