Seit Jahresbeginn kamen 5.000 Migranten illegal über den Kanal nach England. Aufgrund steigender Kritik an Premier Boris Johnson, er sehe dem Treiben tatenlos zu, setzte man nun ein Zeichen: zwölf illegal ins Land Gekommen wurden, trotz Hungerstreik, nach Frankreich und Deutschland abgeschoben. Weitere 15 Migranten wurden ebenfalls deportiert.

Von Kornelia Kirchweger

Unverschämte Erpressungsversuche

Aus Protest gegen ihre Abschiebung, traten Einige in Hungerstreik, in der Hoffnung, die Behörden damit erpressen zu können. Ein NGO-Mitarbeiter zitierte: lieber wollen sie sterben, als etwa zurück nach Spanien zu gehen. In England suchten sie ein neues Leben mit neuen Möglichkeiten und eine Zusammenführung mit der Familie – auch wenn diese noch gar nicht in England ist. Laut EU-Asylrecht darf diese nach einiger Zeit nachgeholt werden. Andere Migranten, die aus französischen Camps am Höhepunkt der Corona-Krise mit Booten über den Kanal Richtung England kamen, drohten ihre Kinder ins Wasser zu werfen, sollten französische Schiffe sie zurückhalten.

Behörden verheimlichen Zahlen

Die offizielle Zahl der seit Jahresbeginn illegal ins Land gekommenen Asyl-Forderer, dürfte viel höher sein. Britische Behörden weigern sich etwa, die Zahl der Kinder-Migranten bekannt zu geben. Was man aber weiß: ein Viertel davon sind über 18-Jährige! Dazu kommen noch all jene, die unentdeckt ins Land kommen: versteckt in LkWs, anderen Fahrzeugen und auf Fähren. Sie tauchen ab und landen als „Arbeitssklaven“ am britischen Schwarzmarkt, der von Mafia-Gangs kontrolliert wird. Die Versprechungen der Schlepper erfüllen sich nicht, viele landen in der Kriminalität.

In Luxushotels und Privathäusern

Die Unterbringung der ständig einsickernden illegalen Migranten bereitet schon große Probleme. Als bekannt wurde, dass sie in London, Birmingham oder Derby in Luxushotels wohnen, kam es zu Wutreaktionen von Bürgern. Stadtgemeinden kaufen nun Gebäude oder rufen Private auf, ihre Häuser zu vermieten, um diese Leute unterzubringen. Dafür aufkommen müssen die Steuerzahler. Die britische Innenministerin Priti Patel will nach dem Brexit, am Ende des Jahres, verschärfte Einwanderungsregeln einführen (Wochenblick berichtete).