Nach der bosnischen Botschaft in Pakistan, steht jetzt die Auslandsvertretung in Amman/Jordanien im Visier der Ermittler: sie wird verdächtigt, tausende Touristenvisa illegal an Iraker ausgestellt zu haben – die Botschaft deckt auch den Irak ab. Angeblich bezahlten Iraker 1000 Euro für ein Visum.

Von Kornelia Kirchweger

1000 Euro für Touristenvisum

Die Iraker kamen als Touristen nach Bosnien mit fixierten Ankunftszeiten und Unterbringung, in einem Hotel in Sarajevo, berichten bosnische Medien. Im September letzten Jahres wies die Grenzpolizei 50 irakische Bürger zurück, die vom Flughafen Sarajevo ein Touristenvisum hatten. Sie flogen aus Istanbul ein, wohin sie wieder zurückgebracht wurden. Sie konnten ihren Aufenthalt in Bosnien nicht ausreichend begründen, heißt es. Die Iraker teilten der Grenzpolizei mit, sie hätten, für die in der Botschaft in Amman ausgestellten Visa, jeweils 1.000 Euro bezahlt.

Botschafter bestreitet

Der bosnische Botschafter in Amman bezeichnete die Anschuldigungen als „ungereimt“. Die Vorgehensweise bei der Visaerteilung sei klar definiert. Sie beinhalte auch Kontrollen durch den Auslandsdienst, niemand könne mit einem gefälschten Visum in das Land einreisen. Das Visum werde zudem beim Eintritt nach Bosnien-Herzegowina gescannt. Der Scan gebe Auskunft darüber, wann der Antrag einging, und wann er vom Auslandsdienst genehmigt wurde. „Ich denke, es ist eine Fortsetzung der Geschichte mit Pakistan, und ich bin sehr erstaunt, dass so etwas veröffentlicht wird… Die Botschaft in Amman hat für das gesamte Jahr 2019 insgesamt 294 Visa für irakische Bürger ausgestellt. Und jetzt redet jemand über Tausende solcher Visa“, sagte er gegenüber Medien.

Letzte Woche bestätigte der Staatsanwalt auf Medienanfragen, dass ein Bericht der Grenzpolizei über die angeblich illegale Erteilung von Visa für Tausende von Pakistanern untersucht werde. Der bosnische Botschafter in Pakistan wies diese Vorwürfe als nicht zutreffend zurück (Wochenblick berichtete).