Glücklicher Weise ist noch kein Politiker auf die Idee gekommen, die polizeilichen Routinekontrollen in Fernreise-Bussen abzustellen. Deshalb sind dort immer wieder sensationelle Fahndungserfolge möglich. In der nähe von Lindau ging der Polizei ein Algerier ins Netz. Der Mann verfügte über 35 Identitäten. Zwei davon wurden per Haftbefehl gesucht. Die Handschellen klickten.

Am Donnerstag kontrollierten bayerische Beamte nahe Lindau einen Fernbus. Dabei fiel ein Mann auf, den die Polizisten näher unter die Lupe nahmen. Die Fingerabdruck-Datenbank spuckte gleich 35 Treffer aus. Dabei wurde eine Identität wegen Diebstahls, eine andere wegen Aufenthalts- und Einreiseverboten gesucht. Der Algerier wurde festgenommen und in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Dort soll er nun vier Monate Haft verbüßen, bevor er nach Algerien abgeschoben wird. Dieser Bericht deutscher Medien könnte ausnahmsweise den Tatsachen entsprechen, denn Algerien zählt tatsächlich zu den Ländern, in welche sogar Schwerverbrecher wie Terroristen abgeschoben werden.

Rekordhalter hatte 52 Identitäten mit denen er Sozialhilfe kassierte

In Zeiten wie diesen wirkt der Fall rekordverdächtig, ist es aber nicht. Anfang des Jahres wurde an der deutsch-niederländischen Grenze ein 71-jähriger Betrüger mit 42 Identitäten festgenommen. Dieser dürfte mit seiner Hauptidentität über deutsche Reisepapiere verfügt haben. Und im Jahr 2015 wurde in Frankfurt in einer Filiale der Postbank ein Trickbetrüger festgenommen, der über 52 unterschiedliche französische Ausweise verfügte. Der Mann könnte sich mit einem Betrüger in Österreich Platz eins teilen, der für jede seiner 52 Identitäten Sozialhilfe ausbezahlt erhielt.