„Reden Sie darüber“, sagte ORF-Moderatorin Claudia Reiterer nach der TV-Diskussionssendung „Im Zentrum“ am Sonntagabend, in der es um die Sinnkrise der Sozialdemokraten ging.

Ein Kommentar von Chefredakteur Kurt Guggenbichler

Es bleibt auch gar nichts anderes übrig als darüber zu reden, da es so eine schlecht geführte und den Kern des Themas kaum berührende Diskussionsrunde schon lange nicht mehr zu sehen gab.

Alte Standpunkte

Frau Reiterer erschien ziemlich hilflos in dieser Debatte und die teilnehmenden Akteure, darunter Christian Kern, der deutsche Liedermacher Konstantin Wecker, die Journalistin Cathrin Kahlweit sowie der Vorarlberger Industrielle Martin Ohneberg wirkten nicht sehr engagiert und visionslos.

Sie verbreiteten hinlänglich bekannte Standpunkte, die letztlich nicht erkennen ließen, was nun die Ursachen für das europaweit zu beobachtende Versagen der Sozialdemokratie sein könnten beziehungsweise wie diese künftig erfolgreich aus der Krise käme.

Wecker: FPÖ „rechtsradikal“

Nur Konstantin Wecker gab sich ein wenig lebendiger, weil er wie üblich seine quirlige Rolle des brennenden Polit-Engagierten und Betroffenen spielte und seine sattsam bekannten Mantras – wohl eines seiner Lieblingswörter – absonderte.

Obwohl der Sänger vorgab, von der österreichischen Innenpolitik keine Ahnung zu haben, gestand er sich doch so viel Ahnung zu, dass er die FPÖ in der Sendung nicht als rechtspopulistische, sondern ausdrücklich als rechtsradikale Partei bezeichnete. Warum? Weil er das dürfe, wie er betonte.

Radikale kommen heute von Links

Abgesehen vom höchst zweifelhaften Wahrheitsgehalt dieser Feststellung übersieht Wecker, dass die wirklich Radikalen in seinem wie auch in unserem Land nicht die Rechtspopulisten sind, sondern ausschließlich seine grünen und links-linken Freunde, wie ich mir nun ausdrücklich festzustellen erlaube.