„Mein Beruf erfreut sich heute wieder großen Zuspruchs“, sagt der Imker David Priller (37) aus Molln und er weiß auch warum: „Das hat mit dem Bienensterben zu tun.“ Als er Honig zu machen begann, sei das Durchschnittsalter der Imker 65 Jahre gewesen, heute sind diese Leute sehr viel jünger.

Von Kurt Guggenbichler

„Ich bin da immer schon eine Ausnahme gewesen“, betont Priller. Denn durch den frühen Tod seines Vaters hätte er schon im Alter von zwölf Jahren „drei Bienenvölker“ geerbt, die er nicht verkommen lassen konnte. Dabei handelte es sich um etwa 150.000 Bienen, um deren Wohlergehen er sich fortan kümmerte. „Damals begann ich schon meinen ersten Honig herzustellen.“ Damit aber war noch lange nicht klar, dass David dies einmal zu seinem Beruf machen würde. Denn zunächst erlernte er die Land- und Forstwirtschaft und schlägerte als Facharbeiter Holz für die Bundesforste, wovon es rund um Molln jede Menge gibt.

Gesunder Presshonig

Eines Tages machte Priller noch die Matura und ging anschließend nach Brasilien, wo er dann ein halbes Jahr unter den Rikbaktsa-Indianern lebte, bei denen er das uralte Pressverfahren zur Honiggewinnung erlernte. Dieses Verfahren sei zwar zeitaufwendig, erläutert David, aber das schonendste, um guten Honig zu bekommen. Verglichen mit dem geschleuderten Honig hätte der gepresste auch viel mehr gesunder Blütenpollen und Aromen. Nach Südamerika war für den damals 22-jährigen Priller aus Molln der weitere Berufsweg klar. Mit Freunden begann er in Oberösterreich qualitativ guten Honig zu produzieren. Sein Heimatort Molln mit dem Nationalpark Kalkalpen vor der Haustür bot sich dafür geradezu an. „Das ist eine schadstoffarme Gegend“, sagt er, „in der man einen Honig mit unverfälschtem Geschmack perfekt erzeugen kann.“ Nur wenn Honig auch im Einklang mit der Natur produziert werde, ist David überzeugt, bekäme man auch die beste Qualität, wofür seine Marke „Mein Honig“ mittlerweile auch bekannt ist.

Sortenpflege

Doch unterschiedliche Sorten gedeihen in unterschiedlichen Gegenden. Daher geht Priller mit seinen Bienenvölkern alljährlich auch auf Wanderschaft, beispielsweise in den Kobernaußerwald, wo er seinen Waldhonig zieht. Denn um Waldhonig zu bekommen, ernten die Bienen den Honigtau verschiedener Läuse auf den Bäumen, den sie dann zu Honig verarbeiten.

Honig ist saisonales Produkt

„Dies passiert hauptsächlich in den Sommermonaten Juni und Juli“, erklärt David. Für den Alpenrosen-Honig reist er mit seinen Bienen sogar bis in die Steiermark und für die Gewinnung seines Hochgebirgshonigs an den Zirbitzkogel. Den Bergwiesenhonig erntet er zu Hause in Molln. „Honig ist ein saisonales Produkt“, betont Priller, „und seine Herstellung braucht Zeit, wenn das Ergebnis gut sein soll.“ Auch der Ertrag sei nicht immer gleich groß. „Heuer war ein gutes Jahr“, sagt der Imkler, der sich über eine Ernte von zwei Tonnen Honig freut.
Sonst gäbe es jährlich meist nur eine Tonne, die er gläserweise übers Internet aber auch auf Märkten vertreibt. In Zukunft möchte David sein Wissen und seine Erfahrungen als Imker auch in Seminaren weitergeben.

Weitere Infos unter: www.meinhonig.at

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