Bereits am 1. Oktober sollen die Knallhart-Regeln in Wien in Kraft treten. Diese sehen vor, dass nur mehr Geimpfte und Genesene weite Teile des öffentlichen Lebens genießen dürfen. Nun mehrt sich die Kritik an den einmal mehr überzogenen Maßnahmen in der Bundeshauptstadt. An vorderster Front der Kritiker positioniert sich wieder einmal Mut-Künstlerin Nina Proll, die von einer „Diskriminierung auf höchstem Niveau“ sprach und sich ganz klar gegen jede Form der Zwei-Klassen-Gesellschaft positionierte. 

  • Scharfe Kritik der Schauspielerin daran, dass mittlerweile sogar schon Getestete aus der Teilhabe an der Gesellschaft ausgeschlossen werden
  • 2G-Regel gilt bei allen Veranstaltungen: Auch im Theater oder im Stadion
  • Sogar die Teilnahme am Frauenlauf ist an 2G-Regel gekoppelt
  • Büro von SPÖ-Gesundheitsstadtrat verteidigt das Knallhart-Regime!

„Werden uns noch wundern, was alles möglich ist“

„Dass gesunde Menschen, die noch dazu bereit wären, dies zu ‚beweisen‘, künftig vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden sollen, entbehrt nicht nur jeder medizinischen, sondern auch rechtlichen Grundlage.“ Das sei eine „Diskriminierung auf höchstem Niveau“. Proll fürchtet auch, dass das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist: „Wenn wir das akzeptieren, werden wir uns tatsächlich noch wundern, was alles möglich ist“, so die Schauspielerin gegenüber einer Zeitung. Schon als Wien vor einigen Monaten sogar 6-Jährigen einen Test für die Eisdiele aufbürdete, meldete Proll ihr Unverständnis über die absurde Regel an.

Proll kritisierte in der Vergangenheit gleich mehrfach das Corona-Regime der türkis-grünen Regierung. Besonders großes Echo fanden ihre Protest-Lieder im Vorjahr sowie ihre Teilnahme an der satirischen Abrechnung mit dem Maßnahmen-Wahn in der Video-Aktion #allesdichtmachen mit etwa 50 deutschen und österreichischen Kollegen. Zwischendurch zeigte sie sich auch mit widerständiger Mode und rief offen zur Teilnahme am Aktionstag für Kindergesundheit in Wien auf, bei dem Mediziner und andere Experten auf mögliche Gefahren der Kinder-Impfungen aufmerksam machten. Zudem kritisierte sie die Ausbootung ihrer Kollegin Eva Herzig beim „Steirerkrimi“ wegen deren Entscheidung gegen die Impfung.

Fußball, Theater, Frauenlauf: Nichts geht ohne Impfung

Wie weitreichend die neue 2G-Pflicht in Wien wird, zeigen einige Beispiel. So dürfen ab Freitag nur mehr Geimpfte und Genesene in die Staatsoper oder ins Burgtheater. Auch Freunde des runden Leders trifft die neue Maßnahme hart: Ein Besuch bei der Rapid oder der Austria im Stadion ist ebenfalls nur mehr mit Impfung oder Genesungsnachweis möglich. Die neue 2G-Regel gilt bereits ab 12 Jahren. Wollen Jugendliche mit Freunden auf ein Konzert, ins Stadion oder abends fortgehen, müssen sie sich wohl impfen lassen. Ein unfassbarer Impfdruck – immerhin riskiert man, zum Außenseiter zu werden, wenn man als einziger im Freundeskreis nicht mitgehen kann.

Und es bleibt nicht einmal beim passiven Konsum des Freizeitangebots. Denn die Regelung gilt auch für die Teilnehmerinnen des Frauenlaufs am Sonntag. Das ist absurd: Setzt es doch einen medizinischen Eingriff oder das Durchmachen einer Krankheit voraus, um sich im sportlichen Wettbewerb zu messen. Und das ganz ohne Evidenz: Nach dem Vienna City Marathon mit 20.000 Läufern zu Beginn des Monats gab es nämlich offensichtlich keine einzige (!) damit verbundene Ansteckung! Aber nur bei Veranstaltungen unter 500 Teilnehmern ist es möglich, sich zumindest per PCR-Test „reinzutesten“ (2,5G-Regel): Vorschrift ist eben Vorschrift…

SPÖ-Hacker macht Ungeimpfte zu Sündenböcken

Dass sie womöglich nicht nur ein bisserl über das Ziel hinausgeschossen sein könnten, sehen die Verantwortlichen im Roten Wien anders. Das Büro von SPÖ-Gesundheitsstadtrat Peter Hacker schiebt Ungeimpften den schwarzen Peter für die – trotz der durchgängig schärfsten Regeln des Landes – hohen Inzidenzwerte in Wien zu. Und das, obwohl nahezu jeder sechste aktive Fall auf „vollständig Geimpfte“ zurückgeht – wohlgemerkt vor dem Hintergrund, dass die Dunkelziffer viel höher sein könnte, weil für Geimpfte nirgendwo Testpflicht herrscht.

Der Umweltmediziner Hans-Peter Hutter, der selbst zu absoluten Niedrig-Inzidenz-Zeiten im Juli für die Beibehaltung staatlicher Eingriffe und Zwänge warb, erklärte demnach die Überlegung eindeutig: „Über die 2G-Regel wird langfristig versucht, die Impfquote zu steigern. Der Frauenlauf hat einfach Pech mit dem Termin unmittelbar nach der Verschärfung.“ Der Ausschluss aus dem öffentlichen Leben als „Pech“ zu bezeichnen: Eine seltene Gehirnakrobatik, die tief blicken lässt. Aber in Wien gilt, wie Hackers Mediensprecher herausarbeitet, eben „alles für die Quote“, notfalls impft man die Menschen dafür eben in der Kirche…

Das könnte Sie auch interessieren: