Böse Zungen behaupten ja schon länger: Wer wissen will, was uns als Nächstes ins Haus steht, muss nur nach Israel blicken. Tatsächlich schaute sich die türkis-grüne Regierung gleich mehrfach seine Maßnahmen dort ab. Den Anstoß zum ersten Lockdown gab ein Telefonat mit dem dortigen Premier, auch die Corona-Ampel schaute man sich ab – und zuletzt war es auch als erstes Land mit einem zweiten Land ein Vorreiter für das Vorgehen hierzulande. Jetzt erteilt es seinen Geimpften einen Wisch zur Besserstellung – es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis das auch bei uns kommt. 

Kommentar von Alfons Kluibenschädl

Bis es soweit kommt, fließt noch viel Wasser die Donau runter. Bislang bekamen in Österreich erst 500.000 Personen, vor allem Menschen im Gesundheitsbereich und in Altersheimen, eine erste Impfdosis. In Israel trifft dies bereits für 70 Prozent des Leute zu. Und Kurz beteuert ja seit Monaten sein Mantra der Freiwilligkeit – aber wieviel diese wert ist, zeigt sich bereits, seitdem man ohne negativen Coronatest nicht einmal mehr in die Schule, zum Friseur oder zur Fußpflege darf. Schon bald könnte dies auch für die Gastronomie gelten. Es ist ein gefährliches Spiel – bei dem sich die Mächtigen hoffentlich auf lange Sicht verzocken.

Persilschein für brave Impf-Schäfchen in Israel

Denn die Idee, dass man Menschen zur Corona-Impfung verpflichtet oder sie ihnen mit einer Besserstellung im Alltag dafür ködert, geistert bereits länger herum. Auch einige ÖVP-Landeskaiser kokettieren immer wieder mit einer solchen Idee. Diverse Journalisten der Mainstream-Medien trommeln ebenfalls bereits für „Privilegien“ für Impfwillige – was in Wirklichkeit nur eine blumige Umschreibung dafür ist, Ungeimpften weiterhin ihre Grund- und Freiheitsrechte zu verwehren. 

In Israel ist es bereits so weit. Zwar ist absolut noch nicht klar, ob und wie die Impfung wirklich wirkt. Aber für jene 30 Prozent, die bereits zwei Impfungen hinter sich haben, gibt es als Zuckerl einen „grünen Impfpass“. Wer ihn hat, kann sich eine App auf sein Handy laden. Fitnessstudios, Hotels, Konzerte, Sportstadien, Veranstaltungen, Lokale: Wer geimpft ist, darf dort rein. Für alle anderen heißt es draußen bleiben. Auch Genesene profitieren von diesem System.

Wer noch nicht so weit ist, der kann sich neuerdings für seine Impfung ein Gratis-Cocktail besorgen – übrigens kein verfrühter Aprilscherz, sondern an der Tür einer Bar in Tel Aviv bereits knallharte Realität. Wenn der Markt den gesunden Menschenverstand mit sittenwidrigen Anreizen hinweg regelt, dann befinden wir ganz offenbar uns in der „Normalität“ des Jahres 2021.

Schützt uns nur Unfähigkeit vor Totalüberwachung?

Die Sache dürfte weltweit Schule machen. Schweden und Dänemark wollen auf ein ähnliches System setzen. Auch Deutschland möchte einen digitalen Impfpass, auch dort werden erste Stimmen nach „Sonderrechten“ laut. Einige EU-Staaten wie Griechenland, Zypern, Spanien, Portugal und Malta wollen zumindest die Ein- und Ausreise an einen digitalen Impfpass knüpfen – und machen sich dafür stark, dass dies EU-weit zur Pflicht werden soll. Ein gläserner Bürger, dessen Reisefreiheit davon abhängt, ob er sich eine Spritze in die Blutbahn jagen lässt: Eine widerliche, aber greifbare Idee.

Und Österreich? Dort gibt es einen digitalen Impfpass bereits, in dem die Corona-Impfung eingetragen wird. Derzeit sind noch keine Sanktionen und/oder „Privilegien“ daran gekoppelt. Aber was nicht ist, kann noch werden. Und böse Zungen würden behaupten, dass das einzige, was uns vor einer solchen indirekten Impfpflicht schützen könnte, jene gefährliche Dilettanz ist, mit der die Regierung die Server seiner Ministerien betreut oder billige Amazon-Abklatsche á la „Kaufhaus Österreich“ lanciert…

Zweiklassengesellschaft über „sanften“ Zwang

Die Tragweite könnte weit sein: Die Fahrt zu Verwandten eine halbe Stunde hinter der Grenze in Bayern? Nur für Geimpfte. Das Geschäftsessen? Nur für Geimpfte. Das Konzert der Lieblingsband? Nur für Geimpfte. Der Zutritt zum Friseur? Nur für Geimpfte. Die Teilnahme am Unterricht in der Oberstufe und an Universitäten? Nur für Geimpfte. Alles bislang absolut undenkbar – aber technisch und legistisch nur eine Frage weniger Handgriffe. Und bis der Verfassungsgerichtshof einschreiten kann, vergehen dann wieder Monate.

Wir fassen zusammen: Es handelt sich also um ein Virus, so tödlich, dass man sich testen lassen muss, um zu wissen, dass man es überhaupt hat. Obwohl es glücklicherweise nicht die vom Kanzler prophezeiten „100.000 Toten“ forderte, will man uns nun über die Hintertür zu einer hastig entwickelten Impfung zwingen, für die man Zwänge und Drohungen braucht. Die mögliche Überwachung und Erstellung von Bewegungsprofilen inklusive. Aber Schindluder damit treiben würde man natürlich nie…

Widerstand gegen Willkür als Hoffnungsschimmer

Für mich kommt das nicht infrage: Kein Bier und kein Schweinsbraten schmeckt so gut, keine Band musiziert so gut, als dass man es mir schmackhaft machen kann, ab sofort den Mächtigen dafür jeden Schritt zu liefern, den ich tätige. Und ich bin überzeugt davon, dass es hunderttausenden, ja Millionen anderen Bürgern ähnlich geht. Sie wollen keine Zwänge und keine Überwachung. Sie wollen keine „neue Normalität“ nach Anleitung von Orwell & Co., sondern die alte Normalität. 

Und je zahlreicher jene werden, die bei diesem Unfug nicht mitmachen, desto schwieriger wird der Zwang. Landauf, landab werden sich mutige Wirte, Friseure, Veranstalter finden, die auf diesen Nachweis pfeifen und trotzdem alle Menschen bei sich begrüßen. Es wird sogar Grenzbeamten geben, die jeden, der halbwegs vertrauenswürdig aussieht, durch winkt. Am Ende wird der „sanfte“ Impfzwang hoffentlich so gut funktionieren wie die historische Alkohol-Prohibition in Amerika: Nämlich gar nicht.