Mit Spannung fieberte ganz Österreich auf das erste ORF-Sommergespräch mit FPÖ-Chef Herbert Kickl hin. Stolze 849.000 Seher lockte der blaue Obmann vor den Bildschirm: Das ist die zweitstärkste Quote für seine Partei in 40 Jahren, einzig zum Höhepunkt der Asyl-Welle im Jahr 2015 waren es noch mehr. Das zeigt: Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, wenn die Opposition sich kein Blatt vor den Mund nimmt und Ross und Reiter benennt. Er entschärfte Mainstream-Märchen, auch zur umstrittenen Corona-Impfung – und konterte jeden Versuch der Moderatorin, ihn unglaubwürdig aussehen zu lassen, mit Bravour. Gelassen und ruhig, aber in der Sache hart: Sogar kritische Beobachter mussten zugeben, dass sie von Kickls Stil positiv überrascht waren. 

  • Es darf keinen Impfzwang geben, zumal man es mit einer „aufgebauschten“ Bedrohung zu tun habe
  • Verweis auf schwere Verläufe bei Geimpften – offenbar halte das Produkt nicht die Heilsversprechen ein
  • Kickl hält nichts von Maßnahmen-Terror gegen Schüler
  • Auch bei Klimadebatte sieht er einen „Verlust der Verhältnismäßigkeit“
  • Keine moralische Aufnahmepflicht für Afghanen, hier sei Österreich zudem nach der NATO-Kriegstreiberei nicht der richtige Ansprechpartner

Klare Absage an türkis-grüne Impfzwang-Trommelei

Besonders deutlich wurde er bei der Kritik am schleichenden Impfzwang seitens der türkis-grünen Regierung. Es werde mit „unglaublichem Propagandaaufwand versucht, denjenigen, die sich aus freien Stücken – aus verschiedenen Motiven – entschieden, die Impfung nicht zu nehmen, ein schlechtes Gewissen zu machen“. Für diesen „moralischen Druck“ gebe es „keine Legitimation“, er stehe auf der Seite gerade auch jener Bürger, welche diese ablehnen.

Dies gelte gerade vor dem Hintergrund, dass man es hier mit einer „etwas anderen Art der Impfung und des Zulassungsverfahrens“ zu tun habe. Die experimentellen Spritzen würden zudem gegen eine „unheimlich aufgebauschte Bedrohung“ ins Feld geführt. Die polit-mediale Öffentlichkeit blende die Menschen hierbei: „Man tut so, als würden bei uns Menschen am Gehsteig sterben und die Impfung wäre die einzige Möglichkeit sich aus diesem Desaster zu retten.“

Schwere Verläufe auch bei Geimpften offenkundig

Die Realität gäbe das nicht her – im Gegenteil. Bei seiner eigenen Entscheidung gegen eine Impfung habe er, wie viele andere Menschen, das Risiko und den Nutzen abgewägt. Die statistische Evidenz sei, dass die Gefahr eines schweren Verlaufs bei seiner Person gegen null tendiere. Von Moderatorin Lou Lorenz-Dittlbacher auf den Fall von Parteifreund Manfred Haimbuchner angesprochen, erinnerte Kickl daran, dass der FPOÖ-Chef auch nach seiner Erkrankung vehement für Freiheit, gegen Zwänge und gegen eine Zweiklassengesellschaft eintritt.

Die untergriffige Behauptung der ORF-Mitarbeiterin, dass eine Impfung angeblich Abhilfe hätte schaffen können, ließ er so nicht im Raum stehen. Gerade die Vergleichszahlen aus Israel würden zeigen, dass dort viele Geimpfte im Krankenhaus landen. Diese machten mindestens die Häfte der schweren Verläufe und jedenfalls zwei Drittel der Toten aus. Als die Moderatorin auf eine „Experten“-Empfehlung für einen „dritten Stich“ wegen nachlassender Wirkung anspielt, kontert Kickl entschieden.

Kickl: Impfung hält nicht, was sie verspricht

Wörtlich: „Das finde ich ja nett, diese verharmlosende Bezeichnung ‚Stich‘ für ein Produkt, das bei weitem nicht das verspricht, was angekündigt wurde. Sie können sich weiterhin infizieren, Sie können weiter krank werden, Sie können schwer krank werden, sie können sterben, sie können es weitergeben.“ Gleichzeitig könne man aber üble Nebenwirkungen abbekommen. Er erhalte jeden Tag Post von Ärzten, die ihm davon berichten – von Thrombosen bis zu Problemen beim Sehvermögen.

Natürlich, so Kickl bestimmt, wäre es erfreulich, wenn die Verheißungen von Politikern und Pharmaindustrie zuträfen – jedoch sei das Gegenteil der Fall. Ihn stört auch die Reaktion der Durchimpfungs-Verfechter auf die offenbar mangelhafte Wirksamkeit: „Was brauchen Sie noch an empirischen Nachweisen, um zu sehen, dass das ein haltloses Versprechen gewesen ist? Jetzt können Sie hergehen und sagen, jetzt nehmen wir den nächsten Schuss und den nächsten […] Aber was hat das mit ‚Freiheit‘ zu tun?“ Die ORF-Moderatorin hatte zuvor fälschlicherweise die Impfung als Schlüssel zu einem vermeintlichen Ende der sogenannten Pandemie dargestellt.

Maßnahmen in Schulen sind unsinnig

Keine Freude hat Kickl auch mit einem Masken-, Impf- oder Testzwang in Schulen. In diesem Zusammenhang verwies er auf eine Vergleichsstudie zwischen Schweden und Finnland aus dem Vorjahr. Dort zeigte sich, dass in Schweden (wo keine Schließungen stattfanden) und in Finnland (wo diese rege zum Einsatz kamen) kein Unterschied im Infektionsgeschehen festzustellen war. Es brauche keine Maßnahmen in Schulen.

Woraufhin die Moderatorin einwirft: „Aber wir kennen ja nicht die Auswirkungen, die das Virus im Körper macht, gerade bei jungen Menschen im Blick auf die nächsten Jahre und Jahrzehnte!“ Daraufhin Kickl schlagfertig: „Aber Sie kennen offenbar die Auswirkungen der Impfung?“ Er verwies weiter auf das „kleine Einmaleins des epidemiologischen Baukastens“. Denn gerade Genesene hätten nach einer Erkrankung eine stabile Immunität, die oft lange anhalte.

Dies gelte gerade bei Kindern, die ohnehin nur leichte oder gar asymptomatische Verläufe hätten. Es würde auch immer wieder Jugendliche geben die – mitunter sogar schwer – an einer Influenza erkranken. Aber in der Vergangenheit sei man nie auf die Idee gekommen, daraus eine Masken- oder Distanzpflicht oder gar einen Impfzwang abzuleiten.

„Verlust der Verhältnismäßigkeit“ auch bei Klimadebatte

Harsche Kritik übte der FPÖ-Chef auch zu anderen Themen, bei denen viel Panikmache geschehe – etwa beim Klima-Thema. Schwankungen des Klimas seien natürlich, an diese müsse man sich anpassen. Ein „Alarmismus“ wäre fehl am Platz. Auch kann er den von der Regierung empfohlenen Maßnahmen nichts abgewinnen. „Wir müssen uns immer überlegen was der Beitrag ist und was die Steuerungsmöglichkeiten sind.“ In der Klima-Debatte sehe man wie bei Corona „einen Verlust der Verhältnismäßigkeit“, gerade wenn man die Maßnahmen besehe, die Österreich gemeinsam mit der EU ansetze.

Dabei würden EU-Staaten gerade einmal 8 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes produzieren. „Sie glauben ja doch nicht wirklich, dass Sie mit einer klitzekleinen Veränderung in Österreich, die gleichzeitig Wohlstand, Arbeitsplätze und Ähnliches aufs Spiel setzt, etwas bewirken können? Da werden sich die Weinbauern und anderen Landwirte freuen, wenn die Preise in die Höhe schnalzen und sich niemand mehr etwas leisten kann“, etwa durch gesteigerte Transportkosten infolge angedachter CO2-Steuern. Es mangle in der Politik offensichtlich zusehends an Hausverstand.

Globalisten spielten Krieg: Keine Pflichten in Asylfrage

Zur aktuell aufgrund der Umwälzungen in Afghanistan wieder hochkochenden Asylfrage sieht Kickl Österreich nicht in der Pflicht. Denn: „Wie Sie wissen, hat eine Streitmacht aus mehreren Nationen unter glorreicher Federführung der Vereinigten Staaten 20 Jahre lang in Afghanistan Krieg geführt. Und dann sind sie relativ überfallsartig abgezogen. Und jetzt würde ich genau diese Staaten in der Verantwortung sehen.“ Ihn ärgert auch die Gleichsetzung der Begriffe. Asyl betreffe laut Genfer Konvention stets eine Person, die persönlich verfolgt wird.

Vertriebene hingegen würden vor allem Schutz in der Region verdienen. Dazu könne man zwar sicherlich einen Beitrag leisten. Aber: „Ehrlich gesagt, die Debatte geht schon in eine falsche Richtung. Die Amerikaner toben sich dort aus, die Deutschen sind mit dabei, die Franzosen sind mittendrin und Österreich soll dann die Frauen retten? Das ist, glaube ich, ein falscher Ansatz.“ Kritik übt er auch an der medialen Darstellung anhand von Bildern. Es gebe in der Welt viel Leid – aber zuerst gelte es für ihn, die Armut im eigenen Land zu bekämpfen, anstatt das Integrationsproblem in Österreich zu verschärfen.

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