„Der Tod lächelt uns alle an. Das einzige, was man machen kann, ist zurücklächeln.“ Diese Worte des römischen Soldatenkaisers Marc Aurel scheint der Innviertler Schlagerkomponist Johann Mathis (82) verinnerlicht zu haben bei seinem Bemühen, der Corona-Pandemie die kalte Schulter zu zeigen. 

Von Kurt Guggenbichler

Der in Ried beheimatete Tonsetzer, der einst die Créme de la Créme der volkstümlich musizierenden Ensembles mit Liedgut versorgte, gehört heute zu der wachsenden Gruppe von Menschen, die sich von den täglichen Horrormeldungen über die schon wieder gestiegenen Corona-Infektionszahlen nicht verrückt machen lassen.

Keine Angst

Bei ihm funktioniert die – seiner Ansicht nach – mit Absicht geschürte Verängstigung via regierungshöriger Medien nicht. Von diesen würden die Gehörgänge der Bevölkerung nämlich schon seit Wochen mit immer neuen Horrorzahlen akustisch verstopft. Mathis, der sich in seinem Alter kein Blatt mehr vor den Mund nehmen muss, hält diese verlautbarten Zahlen nämlich schlichtweg für falsch. Denn was sagten diese schon aus, zumal schon der Corona-Test an Zuverlässigkeit zu wünschen übriglässt? Und wie viele von den positiv Getesteten landeten letztendlich im Krankenhaus und auf der Intensivstation? „Ich fürchte mich jedenfalls nicht“, sagt Mathis, der bereits zu Beginn des sogenannten Pandemie-Ausbruchs mit anderen Gleichalterigen in Bausch und Bogen zum Hochrisikofall abgestempelt worden war.

Wovor sich der Komponist aber wirklich fürchtet, wäre eine Einweisung ins Krankenhaus. Denn dort fänden die Ärzte immer etwas, was schnellstens operiert werden sollte, sagt Mathis, der eine solche Erfahrung schon einmal machen durfte. Vor etwa 20 Jahren hätte er bei einer Untersuchung im Spital mitgeteilt bekommen, dass er Hodenkrebs hätte, der sofort behandelt werden müsste. Doch Mathis verweigerte den angeratenen Eingriff und konterte. „Wenn ich ohne Operation sterben muss, dann sterbe ich eben.“  Dies aber wolle er wenigstens möglichst normal und zu Hause erleben.

Strikte Diät

Mathis starb jedoch nicht, sondern lebte weiter, auch ohne Behandlung und Operation, und ist seinen eigenen Worten zufolge bis heute beschwerdefrei. Doch schon vor der damals gestellt bekommenen Krebs-Diagnose hatte er damit begonnen, sich hauptsächlich vegetarisch zu ernähren. „Überwiegend esse ich Gemüseeintöpfe, aber auch Fisch und zwei, drei Mal im Monat auch Fleisch“, erzählt der Komponist, der in den 1960er-Jahren mit dem Hit „Abschied von der Mutter“, gesungen von dem March­trenker Jan Berthold, schlagartig bekannt geworden war.

Danach hat Mathis Lieder für sehr bekannte Musikgruppen geschrieben, darunter die „Zillertaler Schürzenjäger“, die „Kastelruther Spatzen“ und auch die „Stoakogler“, um nur einige zu nennen. Dem Hansi Hinterseer hat er einen „Himmel voller Sterne“ auf den Leib komponiert und der Stadtkapelle Ried einen Marsch – die „Rieder Grenadiere“. „Weil es diese Art von Gruppen wie ‚Stoakogler‘ oder ‚Schürzenjäger‘ und ihre typische Musik nicht mehr gibt“, sinniert Mathis, schreibe er kaum noch etwas. Die letzte Arbeit von ihm seien deutsche Texte für slowenische Lieder von Oberkrainer-Gruppen gewesen.

Für Künstler sei im Moment sowieso eine ganz schlechte Zeit, die eines Tages aber auch wieder vorbei sein werde, ist Mathis zuversichtlich. Denn wer den Hodenkrebs überwunden hat, der fürchtet sich auch nicht vorm Covid-19-Virus, gegen das es bisher noch keine Heilmittel gebe, wie es immer wieder heißt. Doch dies ficht Mathis nicht an. „Ich bin jetzt 80 Jahre alt und habe noch nie Medikamente genommen“, behauptet er, und er sei daher überzeugt, dass sein Verzicht auf Arzneien aus der Pharma­industrie auch der Grund für seine gute Gesundheit sei. Den für alle Menschen unausweichlichen Tod scheint der Komponist mit großer Gelassenheit abzuwarten …