Ab sofort gilt in Tirols orangen und roten Bezirken Home-Schooling für Schüler. Das rief 100 Eltern und Schüler am Montag auf den Plan. Sie demonstrierten am Innsbrucker Landhausplatz gegen die unliebsame Maßnahme. Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) erntete wütende Buh-Rufe. Zustimmung ernteten indes zwei FPÖ-Landtagsabgeordnete, die sich mit der Demo solidarisierten.

100 Innsbrucker Eltern und Schülern reicht es: Sie wollen von der Regierung nicht weiter zum Heimunterricht verdonnert werden. Die Schüler fühlen sich ihrer Bildung beraubt und skandierten: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung raubt.“ Auf Transparenten war auch zu lesen: „Wollt ihr wirklich ein dummes Volk?“ und „Das war’s mit der Matura“.

ÖVP-Bildungs-Politikerin ausgebuht

Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) wagte sich auf die Demonstration und versuchte die Maßnahmen durch das Megafon zu rechtfertigen. Tirol hätte mehr Infektionszahlen als Wien, argumentierte sie und beteuerte, dass die Politik nach drei Wochen eine neue Evaluierung vornehmen werde. Doch das besänftigte die wütenden Eltern und Schüler nicht. Sie buhten Palfrader aus.

Maturanten sind verzweifelt

Vor allem in den Matura-Abschlussklassen sorgen sich Schüler um ihre Reifeprüfung. Sie haben bereits im vergangenen Semester Einschränkungen durch die Schulschließungen hinnehmen müssen und befürchten die Matura durch den fehlenden Unterricht letztlich nicht bestehen zu können.

Nicht alle fühlen sich fit für den Unterricht daheim: Schülervertreter forderten in einer Aussendung die Bereitstellung digitaler Endgeräte und Kurse für den Umgang mit den virtuellen Heimunterricht.

FPÖ-Landtagsabgeordnete ernteten Jubel

Die Landtagsabgeordneten Christofer Ranzmaier und Evelyn Achhorner, beide FPÖ, solidarisierten sich mit den Demonstranten und sprachen sich für eine evidenzbasierte Corona-Politik aus. Auch LAbg. Ranzmaier sprach über das Megafon zur Demo. Er wolle den Schülern und Eltern zeigen, dass es auch in der Politik andere Stimmen gebe.

Die Regierung solle sich an den Erkrankten und nicht an den positiv getesteten orientieren. Denn: „Das sind die Zahlen, die sich die Politik schon längst anschauen sollte. Zahlen und Fakten müssen als Grundlage gelten und keine Hirngespinste, die durch das ganze Land geistern“, so Ranzmaier. Die FPÖ-Politiker ernteten dafür Jubel und Zustimmung.