Insbesondere die schwer von Lockdown im Frühjahr hart getroffene Wirtschaftet fürchtet das Damoklesschwert einer Wiederholung im Herbst. Nun verdichten sich die Gerüchte, dass die türkis-grüne Regierung tatsächlich ein zweites Mal das Land herunterfahren könnte. 

Die beunruhigenden Nachrichten erreichten unter anderem über die Servus Nachrichten am Dienstagabend die Öffentlichkeit. Demnach spekuliere man in politischen Kreisen damit, dass nach der Wienwahl, möglicherweise Ende Oktober ein zweiter Lockdown kommen könnte – obwohl die Regierung derzeit derartige Pläne dementiert.

Sorge vor regionalen Sperren besteht

Dazu zieht man beim Privatsender unter anderem die NEOS-Parteichefin Beate Meinl-Reisinger als Quelle heran, die derartige Spekulation auch gehört haben will. So würden manche Kreise etwa munkeln, eine zweiwöchige Totalsperre in Tirol könne dort die Wintersaison retten. Auch in Wien fielen solche Gerüchte immer wieder. Alleine, dass die Bevölkerung darüber spekulieren müsse, zeige das Scheitern der Bundesregierung.

Experten sehen einen zweiten Lockdown derzeit nicht für notwendig, etwa weil die Zahl der Neuinfektionen stabil sei. Und auch wenn die Bundesregierung eine neuerlichen bundesweite Schließung derzeit ausschließt, geht eben die Sorge vor einer regionalen Maßnahme weiter um. Selbst für das Bundesgebiet werden sich Skeptiker daran erinnern, dass Israel – beim ersten Lockdown Kurz‘ Vorbild – bereits einen zweiten Lockdown hat.

Agiert Regierung nach dem Motto „Das Land an die Wand“?

Aber auch FPÖ-Chef Norbert Hofer sind mögliche derartige Pläne geläufig. Demnach sei in „gut informierten Kreisen im Umfeld der Kabinette“ ein Termin vor dem Allerheiligen-Wochenende im Gespräch, etwa der 23. Oktober. Einen neuerlichen Lockdown lehnt seine Partei ab, er würde „die notleidende heimische Wirtschaft mit besonderer Härte treffen“. Kritik übte er zudem daran, dass die Bundesregierung „ihre Panikmache nach dem Motto ‚Das Land an die Wand'“ fortsetze, so der Ex-Infrastrukturminister in einer Aussendung.

Dabei würden sich immer mehr Experten zu den „in unzähligen Pressekonferenzen in infantilem Rahmen präsentierten Maßnahmen“ skeptisch äußern. Weder der erste Lockdown noch die Maskenpflicht hätte eine evidenzbasierte Auswirkung auf die Ansteckungszahlen gehabt. Türkis-Grün setze mit der Maske auf eine „erzieherische Maßnahme“, was ablehne, das „Freiheit […] unser höchstes Gut“ sei. Er befürchtet, dass das Land „viele Jahre“ brauchen könnte, um sich von den Schäden durch diese Koalition erholen zu können.