Mit der Wahl unseres Wochenthemas „Deutschland am Ende?“ haben wir in der vergangenen Woche thematisch ins Schwarze getroffen. In dieser Woche sorgte vor allem die Causa „Mesut Özil“ für großes Aufsehen in der schwächelnden Bundesrepublik („Wochenblick“ berichtete).

Ein Kommentar von Chefredakteur Christian Seibert

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Welle der Antipathie

Özil, Fußball-Weltmeister des Jahres 2014, tauchte kurz vor dem Start der Fußball-
Weltmeisterschaft im Mai auf einem Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan auf. In den Wochen vor der WM schwappte Özil eine Welle der Antipathie entgegen.

Auch von der linksliberalen Presse wurde gefordert, Özil möge sich von Erdogan und dem gemeinsamen Termin distanzieren, was er jedoch nicht tat. Nach dem katastrophalen Ausscheiden Deutschlands in der Gruppenphase schwieg Özil zuerst, um vergangenen Sonntag mit einem Rundumschlag aus der Nationalmannschaft zurückzutreten.

mesut özil

Fühlte sich nie richtig wohl

Auf Twitter veröffentlichte der 29-Jährige eine Erklärung auf Englisch, in der er seine türkischen Wurzeln betonte, und dass es eine Sache des Respekts sei, sich mit dem Präsidenten des Heimatlandes seiner Eltern ablichten zu lassen – auch wenn dieser Erdoğan heiße. Außerdem beklagte er – wie könne es anders sein – den vorherrschenden Rassismus in Deutschland.

Der „auf Schalke“ in Gelsenkirchen im Ruhrgebiet geborene Özil, der mittlerweile zum Multimillionär avancierte und sein Geld bei Arsenal London verdient, ist ein Paradebeispiel für einen jungen Türken, dem es nie gelungen ist, in der deutschen Gesellschaft anzukommen. In einem türkischen Umfeld aufgewachsen, entschied er sich später aus sportlichen Erwägungen für Deutschland zu spielen.

Integration als Illusion

So richtig wohl fühlte er sich dabei jedoch auch bei dem Abspielen der Nationalhymne nicht, deren Text er konsequent nicht mitgesungen hat. Viele Multikulti-Theoretiker denken, dass Integration oder Assimilation irgendwann von alleine geschehen werden. Dagegen sprechen Millionen von Mesut Özils oder Ilkay Gündogans auf deutschen Straßen, die sich eher als Türken, Libanesen und Syrer denn als Deutsche fühlen. Auch das ist ein Statement gegen künstliches Multikulti…