Die deutsche Bundespolizei konnte am 28. August in Siegburg einen gesuchten Verbrecher verhaften. Aktuell war der Mann als Seriendieb in einem ICE zu Gange, als ihn ein Ermittler in Zivil auf frischer Tat ertappte. Mit zumindest einer Identität war der Mann wegen räuberischen Diebstahls bereits zu zwei Jahren Haft ausgeschrieben, war aber vor Strafantritt offensichtlich untergetaucht.

In der ersten Klasse des Intercity-Express (ICE) konnte ein Polizeibeamter beobachten, wie der Algerier in der Handtasche einer vor ihm sitzenden Dame wühlte. Als er in Siegburg den Zug verlassen wollte, klickten die Handschellen. Zum Glück hatte die Reisende die Angewohnheit, ihre Geldscheine auf eine bestimmte, einmalige Art zu falten. Ein genau so gefalteter Geldschein fand sich im Rucksack des Täters.

17 Identitäten

Als die Beamten die Identität feststellten und den Mann durchsuchten, staunten sie nicht schlecht. Er soll die Dokumente zu nicht weniger als 17 verschiedenen Identitäten bei sich getragen haben. Ob er für jede dieser Identitäten Leistungen der Asyl- und Sozialämter bezog ist nicht bekannt, darf aber angenommen werden. Zudem war er bereits in Düsseldorf wegen räuberischen Diebstahls zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Vom Ausländeramt Kleve existierte eine Festnahmeausschreibung zwecks Abschiebung des Mannes. Bei weiteren Staatsanwaltschaften war der Mann wegen Computerbetruges und Körperverletzung zur Fahndung ausgeschrieben.

Neben den offenkundig falschen Ausweispapieren beschlagnahmten die Beamten 2.160 Euro, welche mutmaßlich aus kriminellen Aktivitäten stammen. Der Mann wurde ins Gefängnis überstellt, ein weiteres Strafverfahren wegen besonders schweren Diebstahls eingeleitet.