Nach dem Aus der beliebten türkis-blauen Bundesregierung bekennen immer mehr Internet-Nutzer ihre Sympathie für den „Innenminister der Herzen“ Herbert Kickl. Mit einer Vorzugsstimme wollen sie den Kärntner zurück in das Ministeramt bringen.

Es ist die Frage, die das Netz bewegt. Wird Herbert Kickl nach der Wahl bei einer Regierungsbeteiligung der FPÖ wieder der Innenminister Österreichs?

Rückkehr Kickls als „rot-weiß-rote Linie“

Unzählige Bürger wollen genau das und offenbaren deutlich, dass sie den Listenzweiten der FPÖ mit Vorzugsstimme bei der Wahl am 29. September wählen werden. Altkanzler Sebastian Kurz hat bereits mehrmals bekannt, dass er keine Koalition mit Kickl als Innenminister bilden werde. Dem gegenüber definierte der freiheitliche Spitzenkandidat Norbert Hofer im „Wochenblick“-Interview eine Rückkehr des Ex-Innenministers ins Amt als „rot-weiß-rote Linie“.

Vorzugsstimmen-Bekenntnis

Doch bei all den parteitaktischen Erwägungen von ÖVP und FPÖ bleibt vor allem die demokratiepolitische Strahlkraft eines möglichen Kickl-Erfolgs bei den Vorzugsstimmen ein brandheißes Polit-Thema. Wie würde Bundespräsident Alexander Van der Bellen darauf reagieren? Auch der 75-Jährige hat im Gespräch mit ZIB2-Moderator Armin Wolf ausgeschlossen, dass er Kickl als Minister angeloben würde. Im Netz wird diskutiert, ob ein deutliches Vorzugsstimmen-Bekenntnis der Wähler den Bundespräsidenten zum Umdenken bewegen könnte. Dass die FP-Wählerschaft eine Mobilisierungskraft besitzt, wurde bei der EU-Wahl im Mai mehr als deutlich.

Demokratiepolitischer Druck auf Bundespräsident

Ex-Parteichef HC Strache bekam 44.750 Vorzugsstimmen, was ihm einen Einzug ins EU-Parlament ermöglich hätte. Strache lehnte ab, doch viele Wähler brachten damit zum Ausdruck, dass sie die „Ibiza-Affäre“ anders empfanden, als sie von einem Großteil der Medien berichtet wurde. Im Falle Kickls könnten die Wähler so einen großen Druck auf den Bundespräsidenten ausüben.