Am Samstag findet eine Großdemonstration für Freiheit und Frieden und gegen die Corona-Politik im Grenzgebiet Salzburg(AT)/Freilassing(DE) statt. Dort wollen sich tausende Bürger im Bereich der Grenzbrücke treffen, um ein Zeichen des grenzenlosen Friedens und der Freiheit zu setzen. Wochenblick sprach exklusiv mit dem Mitorganisator Thomas Schaurecker, MSc. Er ist zuversichtlich: Die Vorgespräche mit der Polizei liefen positiv und unzählige Bürger und Aktivisten kündigten ihre Teilnahme bereits an, berichtete der Sicherheitsmanager.

Ein Interview geführt von Bernadette Conrads

Wochenblick: Sie sind Vize-Präsident des Vereins für Heimatpflege, Kultur und Friedensbewegung. Vor einigen Wochen wurden Sie als Staatsfeinde betitelt. Wie steht es um Ihre Bewegung jetzt?

Thomas Schaurecker: Wir werden immer mehr, größer und größer, wachsen von Tag zu Tag und alle die glauben, den Rechtsstaat abschaffen zu können, sollten mit uns rechnen. Wir lassen nicht zu, dass die Grund- und Freiheitsrechte abgeschafft werden und appellieren an jeden Österreicher uns zu unterstützen.

Ähnliche Kritik war auch von Seiten der FPÖ zu vernehmen. Sie berief die gestrige Sondersitzung des Nationalrats ein. Der Versuch, dem Innenminister das Misstrauen auszusprechen scheiterte jedoch. Ihr Resümee?

Das Bemühen der Oppositionsparteien speziell gegen den Innenminister vorzugehen, kommt nicht nur bei mir sondern auch in unserer Bewegung sehr gut an. Wir hoffen, dass die Bemühungen beim nächsten Mal von Erfolg gekrönt sind. Ich hoffe, dass der gestrige Tag zumindest ein Nachdenken, wenn nicht gar ein Umdenken bei den Regierenden bewirkt hat. So kann es nämlich nicht weitergehen, es muss in Österreich wieder die Vernunft Einkehr finden. Die grünen Regierungsmitglieder haben gestern jedenfalls ihr wahres Gesicht gezeigt. Mir tut es ehrlich Leid für jeden, der sie gewählt hat. Hoffentlich gibt es dafür bei der nächsten Wahl die entsprechende „Wählerbelohnung“. Ich jedenfalls bin von den Grünen zutiefst enttäuscht.

Was hat Sie dazu bewegt, gegen die Corona-Politik auf die Straße zu gehen?

Ich sehe mich keinesfalls als Corona-Leugner. Allerdings bedeutet das nicht, dass es zulässig ist, unsere Demokratie und Freiheit mit Füßen zu treten und friedliebende Demonstranten zu verunglimpfen. Das erinnert mich an dunkle Zeiten, die ich mit allen legalen Mitteln zu verhindern suche. Das Grundprinzip bleibt hier für mich der Friede.

Was erwartet die Teilnehmer bei der Demonstration in Salzburg/Freilassing am Samstag?

Die Demo findet auf der Grenzbrücke zwischen Salzburg und Freilassing mit Treffpunkt um 16 Uhr statt. Wir wollen ein Zeichen für den Frieden und die Freiheit setzen. Wie immer wird die Aktivisten eine magische, gelöste Stimmung des friedlichen Widerstands erwarten. Darüber hinaus konnten wir hochkarätige Redner aus Österreich wie auch aus Deutschland wie Martin Rutter, Alexander Ehrlich, Thorsten Schulte, Alexandra Motschmann, Manuel Müllner, Andreas Hollard und einige Überraschungsredner mehr für die Kundgebung gewinnen. Auch ich werde dort reden und darüber hinaus als Moderator fungieren.

Bei der (untersagten) Demonstration in Wien setzten Sie alles daran, einige brenzlige Situationen zu deeskalieren. Verantwortlich machten Sie dafür eine vermutete Eskalations-Strategie der Einsatzleitung. Denken Sie, das wird auch am Samstag notwendig sein?

Ganz und gar nicht: Wir hatten zwei Vorgespräche mit der Polizei und konnten uns auf alle Punkte sehr gut einigen. Ich habe den Polizisten ein Ordner-Konzept übermittelt, das auch so angenommen wurde. Die Zusammenarbeit mit der Salzburger Polizei war bisher bei jeder Veranstaltung sehr positiv und von gegenseitigem Respekt geprägt. Ich hoffe, dass wir trotz der Repressionsbestrebungen seitens des Innenministers weiterhin so positiv zusammenarbeiten können. Der in den Medien kommunizierten Gefährdungsbeurteilung (keine große Gefahr) der Polizei schließe ich mich an.

So deeskalierte Sicherheitsmanager Thomas Schaurecker, MSc. in Wien:

Warum findet die Demonstration an der deutsch-österreichischen Grenze statt?

Wie demonstrierten unter dem Motto: Für ein Europa der Völker in Frieden und Freiheit – Für Frieden, Meinungsfreiheit und Souveränität. Dass zwei Länder gemeinsam eine Demonstration veranstalten ist wohl eine nie dagewesene Neuheit. Seit Monaten schon wurde der Wunsch vieler Aktivisten, eine verbindende Demonstration über die Staatsgrenzen hinweg zu veranstalten, an uns herangetragen. Es freut uns sehr, dass wir diesen Wunsch am Samstag endlich erfüllen können. Die Rückmeldungen sind sehr positiv und wir rechnen damit, dass die Demonstration wie gewohnt gut besucht sein wird.

In der Vergangenheit haben Sie bereits dazu aufgerufen, aus Deeskalationsgründen und Solidarität mit der Polizei bei den Demos die Corona-Maßnahmen einzuhalten. Behalten Sie diesen Ratschlag auch für die Demo am Samstag bei?

Ja, ich erachte das nach wie vor als wichtig. Denn: das ist die erste Großdemonstration die nach der untersagten Demo in Wien wieder erlaubt worden ist und gerade deswegen wollen wir ein sichtbares Zeichen setzen, damit es keinen Grund mehr gibt, andere Veranstaltungen diese Art abzusagen. Daher liebe Leute, bitten wir euch, die Corona-Maßnahmen, die wir vor Ort auch wie gewohnt kommunizieren werden, einzuhalten.

Sicherheitsmanager Thomas Schaurecker rät dazu, bei den Demos die Maßnahmen einzuhalten:

Kostet die Organisation derartiger Demonstrationen kostet wohl auch Geld? 

Nun, wir versuchen mit viel persönlichem Einsatz, Kreativität und Mut alles, um die Demokratie in Österreich zu verteidigen. Nichts kann uns dabei aufhalten – oder zumindest: fast nichts!
Langsam gehen vielen von uns die privaten, finanziellen Mittel aus. Demos kosten viel Geld, auch wenn man das oft nicht so klar erkennen kann. Wer würde uns hören ohne Technik, die alles andere als billig ist. Auch diverse Anzeigen, die wir oft für unseren Einsatz kassieren, gehen ins Geld. Bei der letzten Demo wurde ein privates Auto demoliert und ein teures Mikrofon gestohlen, sowie ein Transportmittel beschlagnahmt. Aber auch ständige Benzin – manchmal auch Hotelkosten schlagen sich nieder.