Am 6. Juni machte ein weiblicher Fahrgast in Teheran ein Foto von ihrem Taxifahrer und postete es auf Twitter. „Dies ist der Fahrer, der mich mitten auf der Stadtautobahn rausgeworfen hat.“ Der Fahrer gehört zum iranischen Uber-Konkurrenten „Snapp“, welcher sich bei der Frau entschuldigte. Doch die religiösen Eiferer der islamischen Nation sahen die Sachlage anders und riefen zum Boykott des Taxiunternehmens und zur juristischen Verfolgung seiner Vorgesetzten auf. Schlussendlich musste sich die Frau entschuldigen.

Was war der Grund für den Hinauswurf? Die Dame war nach Ansicht des Taxilenkers nicht islamisch genug gekleidet. Für Frauen im Iran besteht der Hijab-Zwang. Nachdem sein Fahrgast das Kopftuch nicht auf ausreichend islamische Art trug, sah es der Fahrer als seine religiöse Pflicht an, die Iranerin mitten auf der Stadtautobahn aus dem Taxi zu werfen.

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Hochrangiger Militär bedankte sich bei Taxifahrer

In weiterer Folge wurden höchste politische und religiöse Kreise im Iran auf den Vorfall aufmerksam. Laut BBC habe sich der Luftwaffenkommandant der Islamischen Revolutionsgarden persönlich bei dem Taxilenker für sein Verhalten bedankt. Das Unternehmen Snapp entschuldigte sich bei dem Fahrer und informierte die Kundin über die Geschäftsbedingungen. Vermutlich unter Druck, vielleicht auch unter Androhung von Strafe, löschte die Iranerin ihren Tweet und entschuldigte sich beim Unternehmen, dem Fahrer „und allen, die ich durch die jüngste Geschichte verletzt habe.“ Sie erklärte weiterhin, dass sie verpflichtet wäre, den Gesetzen des Landes zu folgen.

Bürger, welche in der Religionsdiktatur des Iran gegen den Kopftuchzwang protestieren, drohen Verhaftung, Folter und 10 Jahre Haft. Die Autobahnen des Landes werden mit Kameras überwacht um Frauen zu überführen, welche während der Fahrt ihre Kopftücher ablegen.