Jetzt ist er also da, der Expertenbericht zur infamen Causa Ischgl. Er belegt, was kritische Bürger längst wussten: Schwarze Netzwerke in Bund und Land versagten auf ganzer Linie.

Von Kurt Guggenbichler

Das heißt, inhaltlich versagten sie. Ist das Virus so gefährlich, wie uns Kurz & Co. weismachen wollen, setzte man wissentlich das Leben tausender Personen aufs Spiel, nur um ein paar Tage länger den Wintertourismus zu melken.

Ist es aber eine aufgebauschte Sache, dann schoss man in der Folge mit Gemeindequarantänen über das Ziel hinaus und sabotierte die Wirtschaft auf viele Jahre. Das Mantra von ÖVP-Landeschef Platter von „vielen richtigen und mutigen Entscheidungen“ greift in jedem Fall zu kurz.

Seine Partei ließ das Land im Gebirge tatsächlich wie einen „Hottentotten-Staat“ ausschauen. Als gebürtiger Tiroler schäme ich mich sogar aus der Ferne fremd.

Personell versagten sie aber nicht. Überall sonst wären längst Köpfe gerollt, nur nicht in der Tiroler ÖVP, die seit 75 Jahren so fuhrwerkt, wie sie will. Die Handelnden sind allesamt in Amt und Würden.

Vielmehr könnten sich im Fremdenverkehr beheimatete Großunternehmer der sogenannten „Adlerrunde“ von einem baldigen zweiten Lockdown niedrige Fallzahlen zur lukrativen Wintersaison erhoffen.

Werden Kündigungen nötig, kann man es sich eh beim Swarovski abschauen, wo man mittels einer Ampel den Mitarbeitern öffentlich mitteilte, ob sie ihre Arbeit behalten. Bisch a Tiroler, bisch a Mensch …