Ausgerechnet rund um jenen Zeitpunkt, an dem die italienische Mitte-Links-Regierung sich entschied, die strengen Einwanderungsgesetze des patriotischen Ex-Innenministers Matteo Salvini entscheidend aufzuweichen, kam der tatverdächtige Tunesier über Italien nach Europa. Nur wenige Wochen später verübte er seinen tödlichen Anschlag in Nizza. 

Wenn es noch ein Indiz brauchte, dass offene Grenzen und eine lasche Migrationspolitik eine Gefahr für das europäische Zusammenleben darstellen konnte, lieferte der Fall des Schlächters von Nizza den Nachweis dafür. Denn trotz eines Abschiebebescheides konnte er – nach zwei Wochen auf einem Quarantäneschiff – am 8. oder 9. Oktober in Lampedusa von Bord gehen, kam dann in ein Asyllager bei Bari und tauchte letztlich unter, wie die Krone berichtet.

Tunesier schlug nur drei Wochen nach Einreise zu

Nur drei Wochen nach seiner Ankunft am europäischen Festland tauchte er auf brutale Weise wieder auf – indem er einen Anschlag auf eine Kirche in Nizza verübte. Wie Wochenblick berichtete, köpfte er dabei zuerst hemmungslos eine betagte Gläubige in der Nähe des Weihwasser-Beckens.

Er soll bei seinem Angriff „Allahu akbar“ (Allah ist groß bzw. größer) gerufen haben – das islamische Glaubensbekenntnis doppelt längst als Schlachtruf islamistischer Attentäter. Nach der Seniorin tötete er noch zwei weitere Personen, unter anderem den Sakristan der Kirche – Wochenblick berichtete.

Grinser bei Einreise – nach drei Wochen mordete er

Angesichts der kurzen Dauer, ehe er zuschlug, scheint es als unwahrscheinlich, dass sich der Tunesier erst in Europa radikalisierte. Was jedenfalls klar ist: Das Attentat kam laut der britischen Daily Mail nur wenige Tage, nachdem eine islamistische Organisation im al-Kaida-Dunstkreis dazu aufruf, einen heiligen Krieg („Dschihad“) gegen Frankreich zu führen – als Reaktion auf Mohamed-Karikaturen des Satireblattes „Charlie Hebdo“.

Das englische Boulevard-Blatt veröffentlichte zudem ein Foto des mutmaßlichen Terroristen. Es zeigt den Mann bei seiner Registrierung in Italien – mit breitem Grinsen, dass er es nach Europa geschafft habe. Ob er zu diesem Zeitpunkt bereits wusste, dass er nichts Gutes im Schilde führen würde, darüber kann nur spekuliert werden. Tunesische Behörden bestätigten inzwischen, dass es sich um einen Staatsbürger ihres Landes handle.

Nicht nur Nizza: Lange Islamisten-Blutspur in Frankreich

Ganz Frankreich ist nach der neuerlichen Tat wie in Schockstarre – es ist der zweite brutale Anschlag infolge der Karikatur-Debatte innerhalb weniger Wochen. Zuvor war in der Nähe von Paris ein Lehrer enthauptet worden, weil er die Bilder seinen Schülern zeigte, um ihnen Presse- und Meinungsfreiheit zu erklären.

Auch insgesamt zog der islamistische Terror gerade in Frankreich eine besonders lange, traurige Blutspur. Seit 2015 verstarben etwa 300 Menschen infolge von Angriffen, die dem politischen Islam zuzurechnen sind. Trauriger Höhepunkt waren die Anschläge von 13. November 2015, als mehr als 100 Menschen an einem Tag von Dschihadisten getöten wurden.

Nizza wiederum war Schauplatz eines weiteren besonders tödlichen Anschlags: Am 14. Juli 2016 – dem französischen Nationalfeiertag – fuhr ein Islamist in eine Menschenmenge. Bei seiner Amokfahrt mit einem LKW tötete jener mindestens 86 Menschen und verletzte über 400 weitere.