Der Vizevorsitzende der Welt-Zionisten-Organisation, Chair Yaakov Hagoel, erarbeitet gemeinsam mit dem Integrationsministerium eine Strategie, um hunderttausende französische Juden nach Israel heimzubringen. Die Lage in Frankreich werde täglich schlimmer, der Antisemitismus nehme zu, Frankreich unterwerfe sich dem Dschihad, sagte er.

von Kornelia Kirchweger

Bis zu 500.000 Heimkehrer

„Die Juden werden Frankreich verlassen“, ist er überzeugt. Es gebe 50.000 Juden in Frankreich, die in unmittelbarer Zukunft heimkehren können, und weitere 500.000 könnten später nachkommen. Teil seiner Rückkehrer-Strategie ist auch eine Datenbank mit potenziellen Arbeitgebern für Neuankömmlinge. Man würde künftigen Generationen nichts Gutes tun, wenn nach das jetzt nicht rasch anginge. Die Jüdische Gemeinschaft, die noch in Frankreich bleibt, ist dem Zionismus verbunden. Wie Umfragen bestätigen, unterstützen französische Juden Israel auf verschiedene Art, etwa, indem sie ihren Urlaub hier verbringen. Seit 2015 sei die Zahl der aus der Diaspora heimkehrenden Juden (Aliyah) zurückgegangen. Es gebe zu viele Hindernisse, um sich ein Leben in Israel einzurichten.

Zusammenhalt in eigener Kultur

Die Corona-Krise, die schlechte Wirtschaftslage und die Zunahme des radikalen Islam seien eine einzigartige Gelegenheit, die bürokratischen Barrieren zu beseitigen und die Juden von Frankreich nach Israel zu bringen, meint Hagoel. Jeder in die neuen Einwanderer investierte Schekel werde in den nächsten 10 Jahren als 15 Schekel zurückkommen. Das sei Zionismus, das sei Judentum, „das ist unsere Tradition“. Abgesehen von einer wertvollen Investition in das eigene Land, werde man von einem neuen Geist und einer starken, vereinten Gemeinschaft profitieren, deren Mitglieder seit Hunderten von Jahren zusammen sind. Israel könne sich nicht auf die Zukunft freuen, ohne französische Juden zur Aliyah zu bewegen.