Ohne die Einrichtung klar zu benennen äußerte Premierminister Conte gestern scharfe Kritik gegen eine medizinische Einrichtung. Weil ein Krankenhaus in Norditalien Hygieneprotokolle nicht befolgt hätte, wäre die Ausbreitung des Corona-Virus stark begünstigt worden. Es handelt sich vermutlich um das Krankenhaus, in dem der erste Tote im Zusammenhang mit dem asiatischen Virus zu beklagen war. 

Premierminister Giuseppe Conte äußerte gegenüber dem TV-Sender Raiuno klare Worte. Er machte die Leitung eines Krankenhauses für die Begünstigung der Ausbreitung verantwortlich. Der erste Tote, bei dem eine Infektion mit dem Corona-Virus nachgewiesen werden konnte, war ein 77-jähriger Mann, der bereits seit über 10 Tagen wegen einer anderen Erkrankung stationär behandelt wurde. Er verstarb im Krankenhaus. Auch bei allen anderen Todesopfern in Italien handelt es sich um alte Menschen, die an schweren Vorerkrankungen wie beispielsweise Krebs litten.

Zwist zwischen Rom und Landesregierungen

Die Zeitung Corriere della serra vermutet, dass es sich um das Krankenhaus in Codogno in der Lobardei handelt. Contes Kommentar hat zu Konflikten zwischen den Regionalregierungen und der Zentralregierung in Rom geführt. Man wirft sich gegenseitig Inkompetenz und zögerliches Handeln vor. Matteo Salvini forderte unterdessen „volle Wahrheit und Transparenz“ in dieser ernsten Situation. Nachdem die Wogen hoch gingen, schwächte die Kanzlei des Präsidenten am Abend ab: „Präsident Conte ist voll und ganz zufrieden mit der bisherigen Zusammenarbeit mit den Präsidenten der Regionen, die an der Bewältigung des Gesundheits-Notfalls mitwirken. Die Koordination zwischen den verschiedenen Ebenen funktioniert sehr gut und ist von grundlegender Bedeutung, um diesen Notfall bestmöglich eindämmen zu können.“