In der Kapelle des italienischen Friedhofs einer kleinen, sozialistisch verwalteten Gemeinde bei Bologna, sollen künftig bei säkularen Veranstaltungen Kreuze, Heiligenbilder und in der Kapelle befindliche Gräber von Familien mit einem automatischen Vorhangsystem verdeckt werden. Man möchte nämlich die Gefühle Andersgläubiger nicht verletzen. 

Ein Beitrag von Kornelia Kirchweger

Werbung

Verachtung christlicher Werte

Die geplante Maßnahme wurde stolz im Gemeindeblatt von Pieve di Cento angekündigt. Galeazzo Bignami, Vizevorstand der mitte-rechts-Partei Forza Italia, bezeichnet das auf Facebook, als „Verachtung christlicher Werte“. Während man der Toten gedenke, verberge man sie hinter „automatischen Vorhängen“, um andere nicht zu beleidigen. „Wenn sich die Gemeinde schon unserer Traditionen und Kultur schämt, soll sie sich selbst verstecken…“, schrieb er. Und wenn sie schon den Lebenden keinen Respekt erweisen könne, soll sie wenigsten die Toten ruhen und vor ihrer Dummheit verschont lassen.

Ideologisches Delirium der Linken

Als „ideologisches Delirium der Linken“ bezeichneter Giorigia Meloni, Vorstand der konservativen „Brüder von Italien“ (FdI), diese Pläne. Diese Leute haben keinen Respekt vor der katholischen Kultur und unseren Traditionen, meinte er auf Facebook. Die Zeitung Il Giornale hinterfragt das Versteckspiel in der Kapelle mit Verweis auf ein Gesetz, das Innenminister Matteo Salvini, Chef der rechtspopulistischen Lega, im Vorjahr einbrachte: demnach sind an öffentlichen Gebäuden, Bahnhöfen, Flughäfen, Universitäten und Botschaften Kruzifixe anzubringen. Wer diese Symbole entfernt, muss mit einer Geldstrafe zwischen 500 und 1000 Euro rechnen.

Erzbischof unterstützt Bau von Moschee

Im Vorjahr verkaufte übrigens der Erzbischof von Florenz, Giuseppe Betori, in der kleinen Stadt Sesto Fiorentino der lokalen muslimischen Gemeinde ein 8000 m2-Grundstück für den Bau einer Moschee. Kostenpunkt: 700.000 Euro. Nicht alle Italiener waren glücklich darüber. Betori ist überzeugt: „Die Wandlung der westlichen Gesellschaft zur multi-ethnischen und multi-kulturellen Gemeinschaft ist eine Tatsache und eine Zukunft, die uns zwangsläufig erwartet“. In der norditalienischen Stadt Bergamo wiederum hat die lokale muslimische Gemeinschaft um fast eine halbe Million Euro eine alte Kirche gekauft, die zur Moschee werden soll.