Auch der schwarze Carl Carlson (re.) darf künftig nicht mehr von Hank Azaria eingesprochen werden.

Immer wieder werden auch TV-Serien zum Spielball des politisch-korrekten Zeitgeists. Nun erreicht die aktuelle Rassismus-Debatte auch die Comicserie „Die Simpsons“. 

Wie unter anderem der linksliberale englische „Guardian“ berichtet, nehmen die Macher der beliebten – und oft satirischen – Sendung eine Änderung in der Besetzung vor. Wie sie in einer Erklärung darstellten: „Um zukunftsreif zu sein, werden bei den Simpsons künftig keine weißen Schauspieler mehr die Stimmen nicht-weißer Charaktere bereitstellen“.

Simpsons: Weiße dürfen Farbige nicht mehr einsprechen

Dieses Thema regt zuerst einmal wegen eines kleinen Denkfehlers zum Schmunzeln an – denn die Mehrheit der Charaktere in der Sendung hat nämlich keine weiße – sondern eine charakteristische, gelbe Hautfarbe. Allerdings gibt es diverse Figuren, die ethnische Minderheiten darstellen und somit auch einen anderen Teint haben. Betroffen ist neben Harry Shearer, der den schwarzen Dr. Hibbert einspricht, vor allem Hank Azaria.

Dem aus einer jüdischen Familie stammenden Azaria, dessen Muttersprache das Ladino ist (eine Art spanisches Gegenstück zum Jiddischen), hilft dabei nicht einmal, dass er selbst einer Minderheit angehört. Mit dem schwarzen Kraftwerksarbeiter Carl Carlson, dem schwarzen Polizeioffizier Lou und dem indischen Ladenbesitzer Apu Nahasapeemapetilon spricht er gleich mehrere „Minderheitenrollen“ ein.

Wiederkehrende Debatten um angebliche „Stereotype“

Eigentlich begeistert Azarias Repertoire – er verleiht auch noch dem einfachgestrickten und übergewichtigen Polizeichef Clancy Wiggum und dem Barbesitzer Moe Szyslak sowie 25 weiteren Stadtbewohnern die Stimme – die Fans und die Kritiker zugleich. Mehrfach erhielt er Auszeichnungen für die Tätigkeit als Synchronsprecher bei den Simpsons.

Gleichzeitig war gerade die als stereotyp geltende Darbietung von Apu schon seit Jahren eine beliebte Zielscheibe politisch-korrekter Dauerempörte. Die ständige Debatte führte schon vor einigen Monaten dazu, dass Azaria ankündigte, den Inder bald nicht mehr darstellen zu wollen. Jetzt kommen ihm gleich sämtliche Minderheiten-Rollen abhanden.

Beispiel macht trotz zweierlei Maß bereits Schule

Denn Zuge der jetzigen Debatten machen die Macher der Show insgesamt „tabula rasa“ und schaffen weiße Stimmen für „nicht-weiße“ Charaktere ganz ab. Ob die allseits gefeierten Charaktere künftig insgesamt aus der Serie verschwinden oder ihre Stimmen dann von Angehörigen der jeweiligen Minderheiten bekommen, ist noch unklar.

Jedenfalls macht das Beispiel Schule, auch bei den Serien „Family Guy“ und „Central Park“ hängen weiße Synchronsprecher farbige Sprechrollen an den Nagel. Schwarze, die in Filmen den Beowulf oder den ‚weißen Gott‘ Heimdall spielen, scheinen für die Schwinger des politisch-korrekten Rotstifts wiederum kein ernsthaftes Problem zu sein…